Wie sollen Kinder auf Ihre Eltern hören, wenn Tarzan halbnackt rumläuft, Aschenputtel erst um Mitternacht nach Hause kommt, Pinoccio die ganze Zeit nur am lügen ist, Alladin der König der Diebe ist, Batman mit über 320 km/h durch die Straßen rast, Dornröschen faul ist und Schneewitchen mit Sieben Jungs lebt, Soziale Netzwerke assoziieren dass man viele gute eigentlich nicht existenzielle Freunde hat, Datenschutzrichtlinien für manche Plattformen nicht existieren, Schutzschirme für das Alter nicht vorhanden sind?

 

Die Antwort ist leider : Nichts, die Kinder die häßlichen Erfahrungen vom bösen erleben lassen müssen- weil es in der Realität genauso wie im Märchen nicht immer rosig aussieht. Bruno Bettelheim, ein Pädagoge der mit seinem berühmten Buch „Kinder brauchen Märchen“ den Anstoß dafür geliefert hat, dass Kinder einen intuitiven Umgang mit Märchen und Mythen haben und sie diesen auch als Wegweiser für die Bewältigung von genau diesen Situationen brauchen-läßt grüßen.

Genau wie im Märchen sieht es doch auch- bei näherer Betrachtung in den sogenannten „sozialen Netwerken“ aus…den Anfang für Kinder macht doch schülerVZ, dann studiVZ, Myspace, jappy, LinkedIn, Facebook-weils cool ist vielleicht schon früher…

Was Sie meist nicht wissen : Facebook, Myspace und LinkedIn schrenken Ihre Rechte schon zu Beginn stark ein (sofort am Anfang schon beklaut- welches Märchen war das nochmal? ), genehmigen sich selbst aber weitreichende Rechte, vor allem bei der Weitergabe der Daten an Dritte. Zu welchem Zweck, sagen sie nicht. Bei Facebook zum Beispiel heißt es: „Du gibst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, unentgeltliche, weltweite Lizenz für die Nutzung jeglicher IP-Inhalte, die du auf oder im Zusammenhang mit Facebook postest“. Unter IP-Inhalte ist das geistige Eigentum beispielsweise an Texten und Bildern gemeint. Ist dies vielleicht die neue Märchengeschichte des „Rattenfängers von Hameln?“

Wohl jeder Mensch ist fasziniert von der Vorstellung, dass es nur ein paar magischer Worte bedarf, um seine Ziele und Wünsche zu erreichen. Diese Relikte finden sich sogar heute noch im wissenschaftsgeprägten Alltag, wenn vor einer Unternehmung mit ungewissem Ausgang schnell noch auf Holz geklopft und „Toi, toi, toi!“ gesagt wird, um das Glück zu beschwören. Zaubersprüche- ja die brauchen wir, um uns wieder neu zu motivieren. Auch deshalb ist Harry Potter so ein Renner geworden : Er hat die alten Relikte wiederbelebt in den Köpfen.

Gerade deshalb malen wir den Teufel nicht an die Wand in Bezug auf Social Media und die ganzen sozialen Netzwerke- in der Not nimmt der Teufel zwar auch die Schubkarre, aber wir haben doch alle – gerade durch Märchen, Mythen und unsere Kindheit immer eines gelernt : Am Ende gibt es immer ein Happy End 🙂

In diesem Sinne wünschen wir Euch einen schönen, märchenhaften Donnerstag, Euer Freizeitcafe-Team.

Bildquelle :

htk-hamburg.de