„Das Beste daran war aber nicht das Küssen und nicht das abendliche Zusammenpromenieren und Heimlichtun. Das Beste war die Kraft, die mir aus jener Liebe floß, die fröhliche Kraft, für sie zu leben, zu streiten, durch Feuer und Wasser zu gehen. Sich wegwerfen können für einen Augenblick, Jahre opfern können für das Lächeln einer Frau, das ist Glück.“

(Hermann Hesse, Eine Fußreise im Herbst)

Herbstblätter wehen von den Bäumen. Windrosen wehen diese weg. Machen Platz für eine neue Zeit- einen neuen Anfang. Den kalten Winter – den man sich aber auch schön warm mit tollen, wunderbaren Beziehungen gestalten kann…

Wir alle kennen das. Dieses unsichtbare Band zwischen Menschen.

Oft unerklärlich, wie aus dem Nichts entsprungen. Ein Neuanfang. Jemand anderen ins Herz zu schließen ein Wagnis. Das Risiko einzugehen, sich einer bestimmten Person zu öffnen. Sich anzuvertrauen. Sich in dessen Hände zu be-geben und fallenzulassen. Immer in der Hoffnung nicht enttäuscht, verletzt, betrogen oder hintergangen zu werden. Den zugelegten Panzer, das Herz und seine Gefühle wieder für jemand zu öffnen. Oft schwierig – aber machbar, wenn ein Herz oder dieses Gefühl für jemand wieder neu entbrannt ist. „Wegwerfen können für einen Augenblick“ wie es Hesse so schön beschreibt. Ein Lächeln das bereichert zu ernten, ein Glücksgefühl zu erleben. Das wiederzubekommen was man selber gibt.

„Ich war einsam und alleine- nur einer dieser Steine“ (wie es Sido derzeit titelt) – bis dieser Stein aufgehoben wurde von einer gewissen Person…

Bildquelle: pixabay cco

Das Gefühl, dass man eine andere – eigentlich noch völlig fremde Person- schon jahrelang kennen würde, kennt Ihr sicher auch. Als Seelenverwandtschaft betiteln das viele oft. Die Glücksgefühle in diesem Zusammenhang müssen nicht immer nur in Kurzweil- Begegnungen enden, denn dieser Artikel hier handelt von den ganz intensiven & innigen, einzigartigen, beständigen Beziehungen untereinander..

Die Gespräche mit dieser einzigartigen Person sind wie Perlen, die man endlos weiter-aneinanderstecken will

…sie fliessen dahin, ergänzen sich, beruhigen Dich, machen einfach glücklich. So glücklich, dass man die Stimme vermisst oder dass man sich nicht mehr betten möchte, bevor man diese nicht nochmal wenigstens kurz zum „Gute-Nacht-sagen“ gehört hat.

„Wenn ich mich nun besinne, für wen ich diese Blätter beschreibe, wer eigentlich soviel Macht über mich hat, daß er Bekenntnisse von mir fordern und meine Einsamkeit durchbrechen kann, so muß ich einen lieben Frauennamen sagen, der mir nicht nur ein großes Stück Erleben und Schicksal umfaßt, sondern wohl auch als Stern und hohes Sinnbild über allem zu stehen mag.“

(Zitat Hermann Hesse, Gertrud)

Jene imposanten und romantische Worte in die Neuzeit katapultiert bedeuten heutzutage eher folgendes: Das Suchtpotential und es zu übertreiben in Zeiten von zuviel Virtualität und Dauerbeschallung via WhatsApp und Co. – ist jederzeit da. Wie ein drohender Schatten schwebt dieses über der Zwischenmenschlichen Beziehung.

Dauerkontrolle, Abstumpfung, jederzeit erreichbar sein. Das kann- muss aber nicht das Damokles-Schwert für eine Beziehung und die grossen, starken Lieben da draußen sein. Denn, wenn man sein eigenes WhatsApp- Verhalten und auch die wie ich es ausdrücke „Sucht nach einer Person“ – fein und gesund dosiert, ist auch ein Erhalt dieser tollen Beziehung inmitten aller potentiellen Störfaktoren machbar. Einer möglichen WhatsApp Sucht auch und gerade in Beziehungen aus dem Wege zu gehen gleicht zwar fast schon einem Wunderwerk, weil das „Kontakt halten“ so einfach und gleichzeitig so penetrant anmutet. Aber es ist ein machbares Wunderwerk – wenn beide auch zwischendurch mal den Kopf einschalten und sich in ihren Sehn-Süchten dosieren.

Eigene Schwächen zugeben, weinen können, sich darüber klar werden dass man selbst nicht perfekt ist und Fehler machen wird

Es ist nicht jeder Tag immer himmelhoch- jauchzend, kein Mensch ist perfekt, nicht immer scheint die Sonne aus dem Po – und doch hat man diesen oder jenen Menschen ausserhalb aller Träume und Phantasiewege einfach nur unfassbar gern. Ein Stern, ein Bambi, eine Zuckerschnute … und wie sich die Kosenamen ( hier mein Artikel über die Bedeutungen von Kosenamen in der Partnerschaft) für den/die liebste auch immer zusammensetzen mögen: Sie bleiben aufgrund Ihres Wesens immer im Herzen fest verankert.

Wir vom Freizeitcafe wünschen Euch die allerschönsten Herbst-Erlebnisse mit diesen „liebsten.“ Schönen Mittwoch Euch allen da draußen! Und um es abschließend wieder mit Hermann Hesse zu sagen:

„Ihr Lächeln war von der echten Art. Es geschah weniger mit den Lippen als mit den Augen; das ganze Gesicht, Stirn und Wangen glänzten innig mit, und es sah aus wie ein tiefes Verstehen und Liebhaben.“