„Wenn Du die Zeit so gut kenntest wie ich“, sagte der Hutmacher, „würdest Du nicht davon reden, wie wir sie anwenden, sondern wie sie uns anwendet.“ (Zitat von Lewis Carroll)

Genauso schön auch dieses Zitat von Napoleon Bonaparte:

„Es gibt Diebe, die von den Gesetzen nicht bestraft werden- und uns doch das kostbarste stehlen: Die Zeit!”

Habt auch Ihr Euch einmal Gedanken über „unsere Zeit“ gemacht? Dieses kostbare etwas, von der wir denken, dass wir davon viel zu wenig haben? Also von der „freien Zeit“ für sich und seine Freizeit, für seine Mitmenschen? Das tut man zunehmend weniger- aber genau das ist das schlechte daran! Ich tue es hier einmal mit diesem Motzartikel für Euch…

Wenn ich mir die meisten Menschen so anschaue, sind sie in einem Hamsterrad gefangen: Der Job frisst sie auf, das alltägliche, der Ärger, der Stress, die immer knapper werdende Freizeit. Muss man das eigentlich über sich erdulden lassen? Wann ist man nicht mehr nur „Spielball.“ Wann atmet man überhaupt mal richtig durch? Wann erlebt man wieder schönes? Was ist mein Glück? Nur vor dem Fernseher abends 2 Stunden oder vor Facebook mit der Chipstüte in der Hand, bevor man mit tausenden Eindrücken von anderen ( anscheinend glücklichereren Menschen) regelrecht „gepeinigt“ einschläft?

Um den Begriff Zeit zu definieren und auch uns selbst und unser Problem damit zu verstehen, muss man ganz ganz vorne anfangen. Ich wage zu behaupten, sogar schon bei den urzeitlichen Jägern, denn bei denen war es „einfacher“:

Wir alle haben zu viele (!) Entscheidungsmöglichkeiten – und genau diese fressen unsere Zeit! Man diktiert uns jeden Tag auf, dass Smartphones, Computer und sonstiges automatisiertes Zeug Zeit spart! Wir sollen dadurch Zeit für sinnvolle Tätigkeiten oder die Reflexion darüber wie auch sogar mehr Vergnügen dadurch erlangen- sagt die Industrie, die großen Seiten wie Facebook. Stimmt das? Leider nein!

Das Leben selbst wird durch diese „dem Anschein nach“ neu gewonnene Freizeit nämlich nicht(!) einfacher. Vor allem Ziele werden dadurch nicht klarer. Ja, die verfügbare Zeit scheint sogar zu schrumpfen- wo ist sie nur heute wieder geblieben?

Betrachten wir den urzeitlichen Jäger und Sammler, der nie zögerte sein Gegenüber aus dem fremden Stamm zu töten, bevor dieser ihn tötete. Er hatte 2 Möglichkeiten – und die eine war attraktiver als die andere. Ihr dürft raten, welche er bevorzugte 🙂

Im Vergleich zu heute: Ich suche eine Kalender App und beginne daraufhin direkt zu fluchen, ja zu motzen- denn: Ich habe 50 verschiedene Auswahlmöglichkeiten! Es kostet daraufhin Zeit die für mich beste auszuwählen. Oftmals ist diese nicht die beste, man löscht sie wieder, installiert neu, probiert aus, macht und tut- das kostet viel viel mehr Zeit als die A/B Variante. Kennt wohl jeder.

Nicht einmal der Preis – das früher noch so gelobte kapitalistische Sinn-Kriterium für eine Einschätzung/Abwägung meiner Entscheidung ist heute noch relevant: 20 Apps davon sind kostenlos. Gieren nur nach meinen Telefonkontakten im Anschluss, meinem Bewegungsprofil. Man wird durch Nutzung nicht Kunde, sondern Produkt.

Aber es kommt noch schlimmer: Da ich mittlerweile schon komplett ausgewertetes „Produkt“ besagter Seiten bin, auf denen ich surfe- blinkt plötzlich ein Banner auf, eine Werbeanzeige (wie für MICH gemacht): Mensch, das wollte ich ja auch noch erledigen, kaufen etc.!

Merkt Ihr was? Plötzlich ist es nicht „nur“ die Suche nach einer Kalender-App, sondern man wird verleitet DIE Reise zu buchen, DAS Musikstück in der schier unüberschaubaren Downloadwelt zu streamen oder runterzuladen. Genau daraus werden aus einer simplen Suche oftmals Stunden und Tage. Vielleicht fällt in diesem Wirrwar die Entscheidung für die eigentliche Suche- meine Kalender-App auch nie. Wahnsinn- aber man schafft es tatsächlich uns auf Seiten zu halten, uns anzuziehen – genau das ist der gewünschte Effekt. Leider zu unserem zeitlichen Nachteil! Wir begaffen auf Facebook das Leben anderer oftmals schon unterbewußt eine ganze Weile jeden Tag (weil psychologisch so genial aufgebaut von dort) aus „angeblicher Langeweile“ – und am Ende beschweren WIR uns (darauf reingefallen wie immer), daß wir keine Zeit haben….

Eine komische, verdrehte Welt oder? Eine Welt, die mit unserem kostbarsten Gut- unserer Zeit spielt!

Meine Zusammenfassung: Diese ganzen Social Media Plattformen- die „angeblich-sozialen“ 😉 Netzwerke: Wovon leben die? Von Eurer Aufenthaltsdauer, Euren Klicks, Euren stundenlangen Besuchen, daß Ihr dort lange chattet statt persönlich (auch mal mit einem Besuch) kommuniziert – das ist deren Traffic und deren Wert. Ich, Du, Wir- steigern jeden Tag deren Wert. Und wir motzen, motzen motzen. Haben alle keine Zeit. Öffentlich- auch wieder dort. Ein Teufelskreis. Zeit ist das letzte Konsumgut- und auch das nimmt man uns!

Das war wahrscheinlich auch der Grund, warum WIR das Freizeitcafe gegründet haben. Klar, auch dieses ist virtuell und man kann hier auch lange auf dem Blog verweilen, interessante Artikel lesen und in der Community verharren, chatten, nach schönen Orten suchen und Co.

Aber, und hier ist der Unterschied: Wir wollen Euch überhaupt nicht lange in unserem wirklich sozialen Netzwerk www.freizeitcafe.com online haben! Ihr sollt nur kurz reinschauen, Euch etwas in Eurer Stadt aussuchen und dort hingehen! In der Realität! Freunde treffen, Euch daten, das Leben feiern! Damit fördert Ihr lokales, Eure eigene freie Zeit, Eure Eigentständigkeit ohne Bespitzelung dritter, Euren ganz eigenen Erfahrungsschatz mit dem Leben selbst!

Danke für Eure Aufmerksamkeit- denkt an Eure Zeit. Die kommt nie wieder. Und JETZT ist die beste Zeit etwas draußen zu machen -weil die Sonne lacht!