Man sagt, es gibt immer ein Licht am Ende des Tunnels. Nur wäre es schön, wenn es kein Zug ist der da kommt. Genauso „überfahren“ fühlt man sich aber zur Weihnachtszeit, wenn man seinen Briefkasten öffnet. „Spenden!“ heisst da der Aufruf. Für alles und jeden.Jeder ist bedürftig. Überall fehlt Geld. Meiner Oma auch- aber dafür gibt es keinen Flyer. Überall „auferlegtes Elend“, welches uns ein schlechtes Gewissen eintrichtern soll, weil wir vorgestern die ersten- leider wieder viel zu teuren- Weihnachtsgeschenke kauften…

Ich will mir hier nicht anmaßen, darüber urteilen zu können, welcher Spendenaufruf in meinem Briefkasten totaler Bullshit ist. Was davon an den wirklich „bedürftigen“ vollkommen vorbeigeht- hinein in die Taschen von Hintermännern.

Dies ist keine aufwändige Recherche zu schwarzen Schafen. Aber ein Aufruf zu mehr Besinnlichkeit :

Im Wort selbst steckt es doch schon : Besinne Dich auf Dich selbst& auf das, was DU selbst „sinnvoll“ aus vollsten Herzen heraus spenden willst.

Dinge zu machen, die nicht aus den eigenen Gedanken entsprungen sind, sondern einfach nur nachgelebt- „durch Werbung auferlegt“ werden sind doch im Grunde nicht unsere eigenen, oder? Was nützt denn schon eine einmalige Spende, wenn man sich nicht damit befasst hat – es einem im Grunde eh sch… egal ist, ob „die da unten in Afrika verrecken“, „Vögel sterben“, „Katzen und Hunde im EM-Land jammern“  oder „die in Fukushima Langzeit-Opferfolgen“ haben? Wenn man sonst das ganze Jahr einen Mantel des Vergessens und Schweigens darüberlegt & dann heldenhaft ins Licht des Spendenmarathons tritt, ist man also der große Gewinner? Das TV und meine Post will mir das wohl allen ernstes weissmachen…

Klar ist das toll auf diese Weise zu sagen „Ich hab für Flutopfer Summe XY gespendet“- um kurzzeitig sein Gewissen zu bereinigen „weil es Uns ja so gut-geht.“ Aber ist dies wirklich nachhaltiges Leben & Helfen & eine Tat aus Überzeugung? Ich glaube kaum.Diese Welt müsste groß genug, reich genug, weit genug, bunt genug, Grund genug – für uns alle sein. So sangen es bereits Udo Jürgens und Xavier Naidoo im Duett. Aber sie ist es nicht, weil die meisten halbherzig damit umgehen.

Simpel betrachtet geht das alles doch viel einfacher liebe Leute – spendet mal wirklich etwas!

Spenden ist doch auch ein tun, oder? Spende doch einmal Deine Zeit – Deiner Oma zum Beispiel. Wie lange hast Du Deinen Verwandten und Bekannten, die Dir eigentlich wichtig sind, kein Ohr mehr geliehen? Zeit spenden – auch für Freunde. Nahe sein& nicht weit weg. Da sein, hier sein, real sein. Nicht bei Facebook versauern im Plauderkasten, sondern sich hinsetzen & zuhören- bei einer Tasse Tee…

DAS sollte wahres „spenden“ sein- neben dem richtigen Auseinandersetzen und dem eigenen Recherchieren für die Belange in der großen Welt- mit darauffolgenden Taten. Die große Welt erreichst Du nicht, wenn Du in Deiner kleinen Welt nicht anfängst …

In diesem Sinne ein kleiner Nachtrag zum 2ten Advent. Wir vom Freizeitcafe wünschen Euch einen guten Wochenstart!