Auf Kohle geboren, mit einen Pulsschlag aus Stahl: Die Menschen im Ruhr- Gebiet. Genau diese Menschen sind es, die mit Ihrer Sprache und mit dem was sie so tun, Geschichten und Weisheiten bilden: „Wennsse lecker essen wills, geh bei die Omma oder anne Bude“ oder „Wat biste füan lecker Mädchen!“ sind da nur eine kleine Auswahl.
Auch wir vom Freizeitcafe wollen als Unterstützer der Region Ruhrgebiet und Ihrer Menschen genau diese Geschichten aufzeigen. Sie Euch ins Herz und in den Kopf bringen.
Wir wollen genau hier von einigartigen Menschen erzählen, die sich dem Pott zugehörig fühlen & die viel für Ihre Heimat tun….
Von einem Mann, der ritterlich auszog, um das Gute zu geben: Horst (Hotte) Schröder bei Uns im Freizeitcafe-Interview:
 Foto (c) : Robert Freise
Ein so jemand ist Horst/ Hotte Schröder. Biographisches und alles zu seinen Projekten könnt Ihr auf seiner Internet-Präsenz Grafhotte nachlesen. Wir vom Freizeitcafe haben ihm einmal 5 nicht-alltägliche Fragen gestellt & waren fasziniert von der Authentizität & der Tiefgründigkeit hinter seinen Antworten- aber lest selbst:
 1. Du singst „Das gibt´s nur in Wanne Eickel“ – was aber gibt es für Dich als Lokalpatrioten noch darüber hinaus im Ruhrgebiet zu entdecken? Welche Treff-Plätze also findest Du persönlich hier noch sehenswert & was vor allem machen die Menschen hier für Dich aus?
Ich oute mich hiermit als Mittelalter Fan. Ich liebe unsere Schlösser und Burgenlandschaft hier in NRW. Es gibt für mich nichts schöneres als meine Freizeit auf Mittelalter-märkten (natürlich gewandet) zu verbringen. Daher auch das ganze Szenario um den Mondritter (ritterliche Tugenden usw.), die Idee dazu entstand übrigens auf einer solchen Freizeit.Menschen: Ich lausche gerne bei den Alltagsgeschichten, die sich die Leute hier so zu erzählen haben. Der Slang dazu, einfach klasse! Die Menschen begegnen mir offen und freundlich. Ich habe schon immer mit Menschen gearbeitet, ob als Bergmann, Altenpfleger oder jetzt im offenen Ganz-tag einer Grundschule. Der Menschenschlag hier ist schon etwas besonderes.

2. Tana Schanzara sang zu Lebzeiten „Dat schönste Städtken auffe Welt für mich ist Bochum“- welche Städte folgen für Dich nach Wanne-Eickel?

Ich bin gar nicht so der Stadtmensch und Wanne-Eickel ist zum Glück (noch) nicht so überbaut. Es gibt so viel Natur, Bereiche, Wege und alle sind sie meist mit einander Verbunden. Gelsenkirchen, Gladbeck, Bottrop, Westerholt, Herten ….Nein, ich könnte mir den Pott nicht mit der Überschrift Ruhrstadt vorstellen. Ich stehe auf die Vielfalt und jedes Städtchen hat hier etwas besonderes. Mir würde die Verortung, mein Revier, eben meine Parzelle stark fehlen.

3. Ein ganzes Stadtion wurde nach Dir benannt, Du bist ein angesehener, sozialer & herzlicher Mensch der viel Unterstützung für andere gibt & in TV-Shows auftritt. Eigentlich eine Menge erreicht…Gleichzeitig sagst Du aber in das WAZ, dass Du mit 50 keine Weltkarriere mehr machen wirst.Was sind dennoch Deine (kleinen) Träume, die es in dieser Welt noch zu erfüllen gilt?

Ich hatte trotz des ganzen Trubels auf meinem Geburtstag, ein ausführliches Gespräch mit dem Redakteur der WAZ. Er hat wohl einfach irgendwann den Überblick der ganzen Informationen verloren. Es war so: Wir sprachen über meine Medienpräsenz und alles was damit zusammenhängt.Ich erklärte, da es mir wichtig ist, das ich diese Dinge (Spendensammeln etc.) alle von Herzen gerne mache.

Jedoch nicht um mich ins Rampenlicht zu rücken und quasi Popularitäts-Missbrauch zu betreiben.

In diesem Zusammenhang sagte ich, das ich mir jetzt auch ganz und gar nicht vorstellen kann, so eine Karriere aufzubauen. Das wäre nicht gerade ritterlich! Und eine Weltkarriere mach ich mit 50 dadurch auch nicht.Ich habe keine kleinen Träume, ich habe Ziele, die ich erreichen möchte. Viele Projekte anstoßen und Kids fördern. Ich möchte halt viele Dinge tun, mich aber nicht daran bereichern. Beispielsweise eine CD Produktion mit Stücken die mich so im Laufe des Lebens berührt haben oder jene die ich einfach nur toll finde. Das ich evtl. Einnahmen daraus wieder für soziale Zwecke einsetze muss ich nicht erwähnen, oder? 😉

4. Ein Blick in die Hotte-Glaskugel: Wo siehst Du das ganze Social-Media-Zeugs wie Facebook, Twitter & Co. in 5 Jahren? Hat sich der Hype gelegt, kommt da noch mehr aus den USA zu uns herübergeschwappt wie Blogs & Co.? & ist es nicht traurig, dass Menschen momentan mehrere Stunden täglich ein virtuelles Dasein fristen, statt Ihre (Freunde) zu treffen im echten Leben? Wie findest Du die Intention vom Freizeitcafe diesbezüglich, genau diesen Umstand zu ändern, dass weniger Einsamkeit herrscht?

Ich glaube, das Rad der Zeit dreht sich immer schneller. Vieles wird durch das Andere möglich. Daher ist mir der Zeitraum von 5 Jahren viel zu groß. Facebook etc. wird irgendwann durch das nächste ersetzt. Seit ich dabei bin, konnte ich schon einen Rückgang an Aktivitäten der User bemerken. Der anfängliche Hype darum ist wohl vorüber. Das Freizeitcafe ist für die Freizeitgestaltung hilfreich, ja sogar sehr wertvoll, aber auch nur für den der am wirklichen Leben teilnimmt. Das tolle am Freizeitcafe ist, so empfinde ich es, ich kann mir meine Region aussuchen und mich einrichten. …..und da bin ich dann wieder bei Punkt 2 angelangt. Alles was ich möchte kann/könnte ich hier einfach und unkompliziert erfahren.

5. Wenn Du Dir rückwirkend einen anderen Namen als „Graf Hotte“ wünschen könntest- welcher wäre das? Sag jetzt nicht Prinzessin Lillyfee 🙂

Nicht Lillyfee aber ….

(Horst überreicht uns ein Bild- man beachte den T-Shirt-Spruch)

Mein lieber Scholli, war dat nen schönet Interview lieber Hotte. Mach kein Spökes & Jutet Jelingen von allet watte anpax!

Wir freuen uns, wenn Euch die Geschichten von Menschen aus dem Ruhrgebiet bewegen und inspirieren, die Dinge anzupacken. Weitere Geschichten werden folgen- hier im Blog 😉

Schüssikowski, Dein Freizeitcafe-Team