Liebe Männer, dieser Artikel hier ist für Euch. Ich will Euch hiermit vor ganz großem Leid bewahren. Ich sage Euch jetzt einmal was Ihr NICHT!!!!!!!!!!! in Eurer Freizeit als Mann tun solltet: Eure Frau/Freundin zum „Shopping“ nach TKMaxx oder Primark begleiten!

Warum nicht? Hier eine Beobachtung aus nächster Nähe – eine reale Begebenheit, die sich genau so zugetragen hat…

Ich fühle mich allein. Als Kleiderständer und Handtaschenträger mißbraucht. Irgendwann sollte ich Ihr so einen Handwagen holen. In den nächsten 5 Minuten war dieser voll. Nun schiebe ich den Handwagen auch noch durch die engen Gänge, sie hat bereits den 2ten…

Ich weiss nicht, wo ich mich hinstellen soll. Kann mich nicht einfach jemand „rausrufen“? Wie gerne wäre ich jetzt im „Spieleparadies für Männer“ – bis mich Frauchen irgendwann abholt. Das Spieleparadies für Männer stelle ich mir übrigens so vor: Ein Schnitzel All you can eat, bequeme Ledersessel und ein Kasten Bier daneben positioniert. Eine schöne Chillout- Zone. Prompt werde ich aus meinen selbst-motivierenden, noch positiv-gestimmten Gedanken gerissen:

„Schaaatz, ich will das jetzt anprobieren. Komm mit zur Umkleidekabine.“

Umkleidekabine – Männer wisst Ihr was das heißt? Die Vorstufe zur Hölle – Part 2 – beginnt!

Umkleidekabine mit mindestens 10 Teilen – ich plane innerlich eine halbe Stunde dafür ein. Eine halbe Stunde weiteres warten und schieres ver-zweifeln. Ich will nicht mit rein, nein danke zu eng! Aber davor stehen bleiben und auf Wagen No2 aufpassen will ich auch nicht. Hier ist kein Platz für Männer…

Das Ökosystem der Weiblein ist immens gestört: Wenn eine Frau länger als 15min in einer Umkleidekabine bleibt, stauen sich die nachfolgenden Weiblein dahinter. Da meine Freundin darunter ist, wird dieses Ökostystem der Shopping-willigen doppelt gestört: Eine Verkäuferin ruft Ihren Chef an und fragt ihn, ob man Umkleide-Ökostystem No2 eine Etage höher öffnen könnte…

Der Chef verneint, die Verkäuferin mit dem neuen „Kleiderbügel-Aufhäng-Weltrekord“ seufzt – die erbitterte und negativ-aufgeladene (da meckernde und unverständlich dreinblickende) Frauen- Meute wächst unerbittlich an.

Direkt neben der Umkleidekabine piept die verdammte Kasse mit Ihrer Computerstimme „Kasse-1-16“ für die dort-wartenden bereits zum gefühlten, 2000sten Mal in dieser halben Stunde des Grauens.

Einmal beobachte ich, wie ein Weiblein einem anderen Weiblein beim „Informationen/Klamotten sammeln“ einfach in das Körbchen greift und sich einen Pulli anschaut. Die mutmaßliche Besitzerin des Fummels (also die, die das Körbchen in Beschlag hat) reißt dem Weibchen „Ihren“ Pullover aus der Hand.

Diese entgegnet gekünzelt und schier entgeistert: „Das kann man doch kommunizieren!“ 

Ich für meinen Teil denke mir stumm in meiner (geduldeten) Ecke, lässig angelehnt an einem Parfum- Regal:

Wann habe ich eigentlich jemand fremden einmal beim einkaufen im Supermarkt in den Einkaufswagen gegriffen. Die Antwort ist: Nie! Aber hier… hier in diesem Biotop der Weiblein-Herrschaft gelten andere Regeln und/oder Sitten: Kauf oder stirb, die letzte überlebende bekommt diesen Pulli 🙂 – trifft das wohl am ehesten.

Neben mir steht ein Mann. Seine (wohl Freundin) ruft ihm schnippisch zu: Wenn Du Durst hast, hol Dir was zu trinken! Er schreit (regelrecht erbost) zurück „Aber hier ist doch nichts!“

Walking Dead – die Gesichter der gleichgesinnten Männer

Wenn ich in die Gesichter der 3 verirrten Seelen blicke (3 Männer an der Zahl mitsamt mir haben es in den Shopping-Tempel der „Frauenabteilung“ gewagt), sehe ich immer denselben Ausdruck: Bloß weg hier!

Aber was ist das? Ein männliches Individuum streift mit „freudestrahlendem“ Männergesicht durch die Gänge. Jetzt bleibt er ganz nah neben mir stehen an einem Beautyregal. Ich betrachte seine Frisur, seine gezupften Augenbrauen, seinen Kleidungsstil… okay der fällt raus. Er ist vom anderen Ufer (wogegen ich nichts habe)- aber damit ist er wie alle anderen Modezaren aus TV und Co. auch, die sich oftmals so pudelwohl fühlen hier. Zu gerne hätte ich ihn als „Mann“ nach seinem ultimativen kognitiven Geheimrezept befragt, wie man so ruhig bleiben kann. Zu früh gefreut. Er zieht mit einer Duftwolke an mir vorbei, dass es mir schwindelig wird.

Irgendwann ist auch meine Freundin wieder da: Nach „geschlagenen“ 30 Minuten. Ich leide zunehmends. Mein trauriger Dackelblick in Ihre Richtung hat nichts genützt:

Sie hat auf dem 2 Meter Weg von der Umkleide zu mir noch 2 Ponchos (!!) entdeckt. Da sie selbst unschlüssig ist, ob sie Variante A oder B nehmen soll, 10 Minuten für diese Nicht-Entscheidung vor dem Spiegel steht – dann zurückkommt und mit mir einen Monolog eröffnet, dass sie die gleiche Zeit nun nochmal für die beiden Ponchos vor dem selbigen Spiegel braucht – entscheide ich mich zu türmen!

Meine Engels-Geduld ist am Ende: Das Männchen kann nicht mehr!

Ich atme tief ein, nehme mein fahrbares Körbchen und stelle es Ihr (sogar schweren Herzens) neben den 20-Minuten-Poncho-Probier-Spiegel mit den Worten „Ich warte draußen auf Dich.“ Dann bin ich einfach weg, ohne mich umzudrehen.

Ich brauche Luft, will wieder atmen – statt Kassengepieps (welches die dort arbeitenden wohl nicht mehr wahrnehmen/hören aus Gewohnheit), negativ aufgeladener Warte-und Klamotten-Kampf- Stimmung einfach ein nur ein bisschen Sicherheit, eigenen Raum, Wohlsein und Natur. Hier am Hinterausgang finde ich noch etwas Winter-Sonne und den Himmel über mir. Warten – aber anders!

Erst als sich die schweren Shopping-Tempel-Türen hinter mir schließen, fühle ich mich frei. Dass Sie 15 Minuten später etwas „sauer“ ist, weil ich mich nach 2 1/2 Stunden SO verabschiede aus diesem tollen Laden, nehme ich in Kauf. Gerne sogar. Tasche auf, Tasche zu. Ihr Beutel ist schwer, sie will ihn selbst zum Auto tragen.

Was lernen wir Männer daraus? Wie verschafft man sich ein anderes Männergesicht statt das des nörgelnden, ständig wartenden Querulanten? Hier meine Tipps:

  • Tipp Nummer 1:Geht an einem Wochenende (da ist der Shopping-Wahn besonders groß) niemals in Eurer so kostbaren Freizeit mit Freundin in so einen Kaufrausch-Tempel. Auch wenn Ihr denkt, dass Ihr eine Engelsgeduld habt, sourced Eure Aktivität in diesen 2-4 Stunden irgendwie aus: In ein Cafe, einen Ort Eurer Wahl, an dem Ihr Euch wohl fühlt.
  • Tipp Nummer 2: Lasst Eure Frau/Freundin am besten mit Ihrer besten Freundin etc. dort „einziehen“ – dann hat Frau erfahrungsgemäß noch mehr „Spaß“, „Austauschmöglichkeiten für das beste Kleidungsstück“ & sie sind Euch andererseits auch „dankbar“, dass Ihr Weibchens „Suche nach XY“ nicht vermiesst mit Eurer (schier unerklärlichen! 🙂 ) schlechten Laune nach einer gewissen Aufenthalts-Zeit.
  • Beim „abholen“ oder später zu Hause fragt ganz interessiert: „Und? Hast Du was schönes finden können?“ Deine Frau/Freundin wird Dir mit lachenden Augen für Deine Aufmerksamkeit an Ihrem Tun danken und mit ziemlicher Sicherheit daheim eine kleine Modenschau für Dich „veranstalten“-  während Du gemütlich auf der Couch liegst. Und das ist doch ein schöner Ausgang, oder? 🙂

Ich bin gespannt, ob sich hier auch mal einige andere „gepeinigte“ Männer melden werden mit Ihren Beispiel-Geschichten, die uns Männer oftmals (wortlos hingenommen) quälen. All jene, die auch meinen, genug gelitten zu haben. Wie sah Dein Männergesicht aus? 

Euch allen einen guten Start in den Montag! Heute erst kommt dann auch der Schritt für Schritt Datenschutz-Artikel wie auch die Daniels kleine Farm Vorstellung plus das Gewinnspiel zum Kapselmaster. Freut Euch drauf! 

Bildquelle: CCO Public Domain via Pixabay Nussknacker by 422737