Moderne Badezimmer sind längst mehr als einfache Hygieneorte. In den 50ern war ein eigenes Badezimmer für die meisten Familien echter Luxus. Bad und häufig auch ein Gäste-WC wurden aber bereits in den 70er Jahren zur Normalität. Heute verfügen viele große Wohnungen und Häuser über mehrere Bäder und verwandeln die funktionalen Nasszellen in Wellnessoasen.

Wohlfühlen ist besonders wichtig

Früher sollte das Badezimmer möglichst effizient und praktisch sein. Schnell unter die Dusche, mal eben rasieren und das Gesicht waschen – Funktionalität stand im Fokus. Entsprechend wurde dem Ort der Hygiene bei der Planung damals nur das absolute Minimum an Platz zugestanden. Wenn Badewanne und Dusche in die Wohnung passten, galt das oft bereits als Luxus. Heute möchten die Menschen mehr Raum für Entspannung und Wellness. Das Badezimmer ist deshalb längst zur Wohlfühloase geworden. Eckwannen oder gar Whirlpools, in denen das eigentliche Waschen zur Nebensächlichkeit wird und die Entspannung das Maß aller Dinge ist, liegen nicht mehr nur im Trend, sondern werden immer mehr zum Standard. Ebenfalls werden bodengleiche, großräumige Duschkabinen, die heute in den verschiedensten Variationen zu finden sind, immer beliebter: Stolperfallen durch hohe Duschwannen gehören damit der Vergangenheit an. Ob ebenerdige Walk-In-Duschen mit Dreh- oder Schiebetüren, rund oder eckig, mit Sicherheitsglas und Lift-Systemen – dem Komfort sind kaum noch Grenzen gesetzt.

Badezimmer werden wohnlicher

Es gibt Wohnungen, in denen die räumliche Trennung von Wohn-, Schlaf- und Waschbereich längst aufgehoben ist. Großzügig geschnittene Lofts mit hohen Decken und offenen Räumen ermöglichen es beispielsweise, durch eine Betonmauer eine Dusche vom Rest des Raums abzuteilen und ganz ohne weitere Zwischenwände auszukommen. Man könnte auch von „Mehrzimmerbädern“ sprechen, die häufig durch besonders luxuriöse Ausstattungsdetails auffallen. Ist genug Platz vorhanden, stellen viele Menschen sogar Sessel und Tische ins Bad, um sich dort nicht nur der täglichen Körperpflege widmen, sondern nach einem anstrengenden Tag entspannen zu können. Seit einigen Jahren schon wird das Badezimmer immer mehr zum Wohnbad. Details wie ein Bidet oder zweites Waschbecken erscheinen neben modernen Regenwaldduschen und Flachbildfernsehern fast nebensächlich und die Unterscheidung zwischen Bad und Wohnzimmer hinfällig.

Dezente Farben und hochwertige Materialien

Die Grenzen zwischen Wohnen und Wellness im Bad verschwimmen also immer mehr. Selbst die klassischen Fliesen verschwinden immer häufiger aus dem Badezimmer und weichen modernen Badsystemen in Holzoptik, aus Naturstein, imprägniertem Echtholz sowie großen Glasflächen in allen Formen und Varianten. Auch weiße Sterilität war gestern: Klare Linien und eine dezente Farbgebung in Erdtönen, die zum Rest der gesamten Wohnung passen, machen die Badezimmerausstattung zeitlos. Heutzutage gibt es für jeden Farbton ein passendes Badezimmer – und umgekehrt.

Je nach Geldbeutel hat man bei den Materialien die Wahl zwischen einfachen Lösungen von der Stange bis hin zu massiven und maßgefertigten Naturstein-Badewannen. Auch Waschbecken sind längst zum Designobjekt geworden. Ausgefallene Formen und Materialien in Verbindung mit großen, auf das Design abgestimmten, Waschtischen und anderen Badezimmermöbeln können selbst älteren Bädern im Handumdrehen in neuem Licht erstrahlen lassen. Funktionalität bleibt wichtig, muss sich aber heutzutage einer stilvollen Gestaltung unterordnen.

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