Wenn jemand auf der Straße von dichten Schwaden umhüllt ist, steht er vermutlich nicht in Brand, sondern nutzt gerade eine E-Zigarette: Das „Dampfen“ hat in den letzten ein bis zwei Jahren endgültig den Mainstream erreicht. Doch was ist dran, am großen Trend?

Verschiedene Geschmacksrichtungen, weniger Nikotin

Nicht nur die Mode bringt immer wieder neue Trends hervor. Auch Hobbys, Freizeitinteressen und Genussmittel unterliegen immer wieder einem Wandel. Wer hätte sich vor 20 Jahren träumen lassen, dass sich die Jugend mit Clean Eating und Detox-Kuren beschäftigt, statt mit den besten Pillen für das Partywochenende oder Opas Rasierseife samt Pinsel von jungen Hipstern zur Pflege ihrer Rauschbärte wieder entdeckt wird?

So hat sich auch der Konsum von Genussmitteln stark gewandelt. Das Rauchen klassischer Zigaretten ist gerade unter jungen Leuten heute hoffnungslos out. Die vielen Kampagnen der letzten Jahre zur gesundheitsschädigenden Wirkung der Zigarette – inklusive des Passivrauchens – hat zweifellos die gewünschte Wirkung erzielt. Allerdings bedeutet dies nicht, dass junge Leute dem Rauchen an sich abschwören. Gewonnen haben vor allem orientalische Wasserpfeifen, die in geselliger Runde in Shisha-Bars konsumiert werden, und die neuartigen E-Zigaretten. Diese punkten mit einer riesigen Auswahl an unterschiedlichen Geschmacksrichtungen bei gleichzeitig geringfügigerem bis gar keinem Nikotingehalt.

Langzeitwirkung von E-Zigaretten unbekannt

Genauso lange wie E-Zigaretten auf dem Markt sind, streiten sich Befürworter und Gegner um die gesundheitlichen Gefahren, die vom Dampfen ausgehen. Befürworter weisen darauf hin, dass E-Zigaretten ohne Nikotin weniger schädlich sind als herkömmliche Tabakprodukte, während Gegner vor allem ein enormes Suchtpotenzial befürchten. Die Wahrheit liegt wie so häufig in der Mitte: Für Raucher, die seit Jahren vergeblich versuchen, von ihrer Nikotinsucht loszukommen, kann die E-Zigarette eine Hilfe sein, da sich die Nikotindosis der Liquids allmählich reduzieren lässt und so eine sanfte Entwöhnung ermöglicht. Doch für Jugendliche, die eigentlich kein Interesse am Rauchen haben, kann das hippe Image der E-Zigarette dazu führen, dass sie überhaupt erst mit dem Dampfen anfangen. Studien widersprechen sich in schönster Regelmäßigkeit selbst und fallen mal positiv und mal negativ. Die Langzeitwirkung der E-Zigarette ist derzeit ohnehin noch unbekannt.

Die neuesten Trends 2018

So lässt sich derzeit auch noch keine langfristige Entwicklung dieses Trends voraussagen. Möglicherweise ist die E-Zigarette auch bald schon wieder passé. Glaubt man den Voraussagen für 2018, greift die Jugend nämlich schon bald lieber zur Stricknadel und zur Säge: Do-It-Yourself ist angesagt – und lässt sich besser bei Instagram präsentieren.

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