Aktuelle Freunde kontakten, verschollen geglaubte Schulkameraden ausfindig machen, mit Leuten aus aller Welt chatten oder Interessengruppen beitreten – Facebook bietet viele Möglichkeiten zum virtuellen Plausch. Wer Mitglied der globalen Online-Community ist, sollte sich aber stets darüber im Klaren sein, dass das, was er bei Facebook zum Besten gibt, von vielen zur Kenntnis genommen wird – nicht nur von den Freunden, mit denen Sie direkt in Kontakt stehen. Denn eine der wichtigsten Funktionen des Netzwerks ist das Weitertragen von Informationen, etwa durch das Empfehlen von Webseiten oder das Teilen von Facebook-Einträgen. So kann es vorkommen, dass eine Nachricht, die Sie eigentlich nur an eine Person schicken wollten, plötzlich ungewollt die Runde macht. Unter Umständen liest dann auch Ihr Chef, Ihr zukünftiger Arbeitgeber oder eine andere Person, für die die Meldung überhaupt nicht bestimmt war, mit. Die Folge: Kündigung wegen Beleidigung, keine Chance auf ein Bewerbungsgespräch oder verärgerte Freunde, die sich abwenden.

Wer sich bei Facebook anmeldet, sollte seinen echten Namen verwenden. Spaßnamen wie „Langschläfer“, „Partymaus“ oder „Saufnase“ sind nicht nur peinlich, sondern lassen Rückschlüsse auf Ihre Lebenseinstellung zu und machen keinen guten Eindruck.

In Ihrem Profil können Sie Angaben zu Ihrer beruflichen Laufbahn machen. Seien Sie hier immer ehrlich. Es macht sich (etwa bei einem Vorstellungsgespräch) nicht gut, wenn Sie sich als Manager ausgeben, in Wahrheit aber bislang nur ein Praktikum absolviert haben.

Wer mag, gibt in seinem Facebook-Profil an, ob er verheiratet, in einer Beziehung lebend oder ledig ist. Ändern Sie etwa den Status von „in einer Beziehung lebend“ in „ledig“, sollten Sie vorher Ihren (Ex-)Partner darüber informieren. So vermeiden Sie Missverständnisse und Beziehungsstreit, sollte Ihr Status nicht der Wahrheit entsprechen.

Besoffen am Ballermann, oben ohne auf einer Party: Bilder, die Sie in unvorteilhaften Situationen zeigen, mögen für Freunde witzig sein – der Rest findet es schlichtweg peinlich, einschließlich Ihres (zukünftigen) Chefs. Verzichten Sie deshalb auf schlimme Fotos. Und bitten Sie Freunde, derartige Bilder, auf denen Sie zu sehen sind, von ihrem Profil zu löschen.

„Der Ton macht die Musik.“ – Denken Sie erst nach und atmen Sie kurz durch, bevor Sie einen Kommentar bei Facebook veröffentlichen. Beleidigendes, Wütendes oder Drohendes kommt nicht gut an – und bringt Ihnen unter Umständen Ärger ein. Bleiben Sie immer sachlich und überschreiten Sie nie die Grenzen des guten Geschmacks.

Wer rund um die Uhr bei Facebook eingeloggt ist und andauernd Neues veröffentlicht, hat offenbar nichts anderes zu tun. Permanente Aktivität erweckt den Eindruck, dass Sie unter einem Aufmerksamkeitsdefizit leiden oder dass Sie es mit der täglichen Arbeit nicht so genau nehmen. Tipp: Wenn überhaupt, dann tagsüber nur in der Mittagspause bei Facebook aktiv werden.

Nicht jeder Facebook-Eintrag ist für die Öffentlichkeit bestimmt. Wenn Sie sich nur an einen bestimmten Personenkreis wenden wollen, schicken Sie besser eine persönliche Nachricht. Dasselbe gilt für Einträge auf der Pinnwand anderer Leute.

Wer wahllos Freundschaftsanfragen verschickt, darf sich nicht wundern, wenn er nur Absagen erhält und am Ende alleine bleibt. Kontakten Sie nur Personen, bei denen Sie einen triftigen Grund für eine Facebook-Freundschaft angeben können – und versehen Sie Ihre Kontaktanfrage immer mit einer persönlichen Nachricht.

Sie ärgern sich über Ihren Lehrer, Ihren Chef, einen Politiker oder Ihre/n Ex-Freund/in? Schlucken Sie den Frust hinunter – und verzichten Sie auf das Anlegen einer Hass-Gruppe auf Facebook. Mit Rache-Aktionen handeln Sie sich nur Ärger ein und verstoßen gegen alle Regeln des Umgangs miteinander.

Ihr Chef möchte via Facebook mit Ihnen befreundet sein? Wenn Sie ihn nicht alle Ihre Kommentare mitlesen lassen möchten, richten Sie doch eine neue Freundesliste für Geschäftskontakte ein – und posten Sie dort nur Dinge, die auch Ihre Geschäftsfreunde lesen dürfen.

Bleiben Sie authentisch – und legen Sie deshalb nur ein Profil bei Facebook an. Wer im Netzwerk mit verschiedenen Identitäten unterwegs ist, erweckt den Eindruck, dass er etwas zu verbergen hat und nicht ehrlich agiert.

Wer seine Kontakte andauernd mit Tipps zu Facebook-Spielchen oder -Apps „beglückt“, darf sich nicht wundern, wenn er irgendwann von seinen Freunden ignoriert wird. Dosieren Sie derartige Hinweise deshalb und beschränken Sie solche Benachrichtigungen auf das Notwendigste.

Auch wenn Sie bei Facebook persönlich angegriffen werden: Bewahren Sie Ruhe und reagieren Sie (wenn überhaupt) freundlich und höflich. So lassen Sie Wutausbrüche von anderen elegant ins Leere laufen – und verstoßen selber nicht gegen die Benimmregeln.

Natürlich kann es auch bei Facebook zu hitzigen Diskussionen kommen und dabei das eine oder andere falsche Wort fallen. Entscheidend ist in solchen Fällen Ihre Reaktion: Antworten Sie auf Derartiges immer mit Humor und entschärfen Sie so die Situation. Das kommentarlose Löschen einer unangenehmen Äußerung zeugt hingegen nicht von Souveränität.

Entspinnt sich unter einer Facebook-Meldung von Ihnen eine lebhafte Diskussion, so behalten Sie diese im Auge und befeuern Sie sie durch geschickte Moderation.

Ihre Facebook-Freunde freuen sich, wenn Sie ab und zu auf deren Profilen vorbeischauen und Kommentare zu den dortigen Themen hinterlassen. Statten Sie Ihren Kontakten also regelmäßig einen Besuch ab – das erhält die Freundschaft.

Als „Trolle“ bezeichnet man Foren-Nutzer, die nur pöbeln und provozieren wollen. Entpuppt sich ein Facebook-Kontakt als ein solcher Störenfried, benachrichtigen Sie ihn zunächst mittels persönlicher Nachricht und bitten Sie ihn, damit aufzuhören. Zeigt das keine Wirkung, hilft nur noch eines: Blockieren Sie den Kontakt.

Dubiose Freundschaftsanfragen dürfen Sie getrost ablehnen. Suchen Sie sich Ihre Facebook-Clique mit Bedacht aus und sortieren Sie Leute aus, deren Intention nicht klar ist. So sperren Sie Spamversender oder Trolle von vornherein aus.

Natürlich ist es bei Facebook nicht verboten, auf eigene Projekte oder sein Unternehmen hinzuweisen. Bedenken Sie aber, ob Sie vornehmlich als Privatperson oder als Pressesprecher bei Facebook agieren möchten. Die richtige Mischung macht’s.

Facebook ist in der Grundeinstellung offen wie ein Scheunentor. In den Konto- und Sicherheitseinstellungen bestimmen Sie, wer Kommentare lesen darf und welche persönlichen Daten für die Community einsehbar sind. Hierbei hilft Ihnen der COMPUTER BILD-Ratgeber zu den wichtigsten Konto-Einstellungen.

Quelle: computerbild.de

Weiterführender guter Artikel dazu aus der Süddeutschen :

Essen (dpa/tmn) – Facebook ist ein Massenphänomen geworden. Private und berufliche Kontakte haben sich im größten sozialen Netzwerk der Welt längst vermischt. Mitarbeiter von Unternehmen sollten daher auf «Netikette» achten, erklärt der Social-Media-Berater Tim Krischak.

«Netikette», das Kunstwort aus Netz und Etikette, will sagen: Gutes Benehmen ist auch bei der Online-Kommunikation wichtig. Es kann passieren, dass man bei Facebook auf negative Äußerungen über die eigene Firma oder deren Produkte stößt. «Wer privat im Social Web aktiv ist, der sollte klarstellen, dass er nicht offiziell im Namen des Unternehmens spricht», rät Tim Krischak aus Essen. «Man kann erklären: Ich arbeite zwar für dieses Unternehmen, schreibe hier aber meine persönliche Meinung auf.» Ein Kommentar dürfe nicht als offizielles Unternehmensstatement gewertet werden können.

Absolut tabu ist es außerdem, sich als zufriedenen Kunden auszugeben. «Das fliegt meist ganz schnell auf. Und die Netzgemeinde ist bei sowas sehr kritisch», hat der Kommunikationsberater beobachtet. Auf einer öffentlichen Facebook-Seite sollten Mitarbeiter auch niemals einen Streit mit unzufriedenen Kunden oder Kritikern des Unternehmens austragen. «Auch wenn der Ton rauer wird, sollte man kühlen Kopf bewahren.»

Eine Grundregel dürfte mittlerweile eigentlich jedem klar sein: Auf Facebook niemals über den Chef lästern. «Das gab es schon mehrfach», berichtet Krischak. Beleidigungen von Vorgesetzten, Kunden und Kollegen sind online genauso tabu wie offline. «Es gilt die Faustregel: Sprich so über eine Person, als würde sie es lesen können.» Auf keinen Fall gehören auch Betriebsinterna ins Netz.

Albern oder freizügig in der Dienstkleidung oder am Arbeitsplatz für Fotos posieren, ist ebenfalls ein No-Go. «In einem Fall hat ein Busfahrer hinter dem Lenkrad Späße gemacht. Keiner konnte auf dem Foto erkennen, dass er gerade nicht fährt», erzählt Krischak. «Sowas wird vom Unternehmen nicht gern gesehen.»

In manchen Branchen organisieren sich firmeninterne Teams in geschlossenen Gruppen auf Facebook oder anderen Plattformen. Das kann die Zusammenarbeit vereinfachen – allerdings dürfen dann niemals sensible Kundendaten ausgetauscht werden, warnt Krischak. Denn das Netzwerk bleibe immer noch eine externe Plattform.

Arbeitsrechtliche Folgen?

Um Probleme zu vermeiden, haben viele Unternehmen Social-Media-Regeln aufgestellt. Viele appellieren an das Verantwortungsbewusstsein ihrer Mitarbeiter. «Für Ihre Äußerungen und ihr sonstiges Verhalten in Social Media sind Sie persönlich verantwortlich», heißt es etwa in den Richtlinien der Telekom. Auch Adidas betont die Eigenverantwortung und den gesunden Menschenverstand der Mitarbeiter: «Das schließt das Bewusstsein darüber ein, dass man sich im Netz nicht anders verhalten oder äußern sollte, als man es gegenüber Geschäftspartnern und Kunden tun würde», erklärt eine Sprecherin.

Mitarbeiter wissen oft von selbst, was sie online schreiben dürfen und was nicht. Aber was passiert, wenn ihnen das Feingefühl doch einmal abgeht? Harte arbeitsrechtliche Schritte seien bei grobem Fehlverhalten im Netz «theoretisch möglich», heißt es bei Adidas. Das legt nahe: Was offline tabu ist, wird auch online Konsequenzen haben. Auch die Telekom schreitet bei Verstößen gegen das Arbeitsrecht oder Verschwiegenheitspflichten ein.

Quelle :

sueddeutsche.de