Gehts noch? Genau solche Zitate lassen sich im Bereich Onlinedating tatsächlich finden. Doch solche Mittel der schlechten Kommunikation werden nur verstanden, wenn man den Hintergrund des ganzen kennt : Auf dem Online-Dating-Markt ist längst der Online-Dating-Krieg ausgebrochen!

Jahrelang war Online-Dating nämlich für – sei es denn Großkonzerne oder Verlage eine sichere Einnahmequelle. Doch nun kommt ein Konkurrent – na, wer mags wohl sein? Facebook will auch da wieder mal mitmischen; der Wettbewerb wird härter! Längst etablierte Datingplattformen müssen umdenken, da „Facebook-basierte-Dienste“ immer mehr Marktanteile gewinnen.

Welche Facebook-basierten Dienste meinen wir zum Beispiel? Diese hier:

Die aktuell erfolgreichste Applikation aus dem Facebook Bereich kommt von „Badoo“und hat über 35 Mio. monatliche aktive Nutzer. Warum aber die Anwendung so erfolgreich ist, verstehen wir nicht wirklich. Sie wirkt sehr aufdringlich und bis zur Verwendung, müssen Nutzer zwei Berechtigungs-Dialoge über sich ergehen lassen bzw. richtig was dahinblättern in Form von Monatsbeiträgen.

Kommen wir zu einer weiteren Flirt-Applikation für Facebook. Unverbindlich, einfach und mit vielen Bildern. Das Ergebnis ist Zoosk:  Aus der einfachen Applikation hat sich die größte Dating-Community in sozialen Netzwerken gebildet. Mehr als 50 Millionen Menschen machen mit, in mehr als 60 Ländern und in 20 Sprachen. 2007 gegründet, erzielte Zoosk vor allem über Gebühren für Premiumdienste im Jahr 2010 einen Umsatz von 90 Mio. Dollar. Das Erfolgsgeheimnis: Facebook ist beliebt, die Registrierung ist simpel – und das Extra-Hochladen von Fotos entfällt, weil die Bilder bereits im Netzwerk sind. Schon wird auf einen Börsengang spekuliert. Das wäre der große Zahltag für die jetzigen Eigentümer, neben den beiden Gründern sind das Canaan Partners, Bessemer Ventures und ATA Ventures.

Zusammengefasst : Facebook-Applikationen auf dem Dating Markt = unübersichtlich, aufdringlich & kostenintensiv? Leider ja..aber wir sind ja Kummer gewohnt von dieser Seite aus.

Genau diesen Kummer wollen jetzt die großen, bereits existierenden Dating-Schiffe „umschiffen“ – kurzum ausgedrück mit solch einem Social Media Zitat : „Dating that doesn’t suck“, was frei übersetzt so viel heißt wie: „Dating, das einen nicht annervt.“

Online-Dating als Offenbarung – oder als Start-up die große Bedrohung : Die Grenzen sind fließend, hart abgesteckt und vor allem aufgrund der Gewinnmöglichkeiten hart umkämpft. Onlinedating ist ein Milliardengeschäft – Verlage wie Holtzbrinck, der hinter Parship steht, oder große Unternehmen wie die Deutsche Telekom (mischen mit Friendscout24 auf dem Markt des Flirtens fleißig mit) erwirtschafteten über Jahre hübsche Erträge – um die sie nun aber fürchten müssen, weil die Facebook-Anbieter wie Zoosk sich als „billige Alternativen“ positoniert haben. Die Generation Facebook wird hierbei gezielt angesprochen- die „Großen“ anderen Dating-Anbieter dabei außer Acht gelassen und unterlaufen.

Jene bedanken sich … ist Euch schon aufgefallen, dass zur Zeit immens viel Dating-Werbung im Werbe-Fernsehen platziert wird? Die bittere Pille, die für die einst so starken Dating- Größen dahintersteckt : Teilweise verschlingen die Marketingausgaben die Hälfte der Erlöse !
Untermauert wird dies von der Financial Times Deutschland : Die aktuelle Studie des Informationsportals Singlebörsen-Vergleich zeigt den Rückgang der Player :
Singlebörsen wie Friendscout24, Neu.de oder Ilove 2010 büßten bereits das zweite Jahr in Folge an Umsatz ein. Die Erlöse gingen von 75,8 auf 68,9 Mio. Euro zurück. Wachstum verzeichneten im vergangenen Jahr dagegen Partnervermittlungen wie Parship oder Elitepartner sowie Plattformen für erotische Kontakte wie C-Date (meist in der Nacht) oder Joyclub.
Kritsches Fazit der Autoren der Studie :
„Alteingesessene deutsche Anbieter sind national an ihre Wachstumsgrenzen gestoßen. Die Akquisitionskosten für Neukunden sind signifikant gestiegen“, schreiben die Experten von Singlebörsen-Vergleich, die als unabhängige Instanz Flirtbörsen testen und von diesen für ihre Beratungsdienste auch entlohnt werden.
Neue Akteure wie Zoosk oder Badoo, ebenfalls eine auf Facebook basierende Flirtböse, und niveauvolle Casual-Dating-Angebote nähmen den etablierten Singleportalen Marktanteile ab. „Dieser frische Wind zwingt die etablierten Player dazu, wieder vermehrt über Produktinnovationen anstatt nur über Marketingmaßnahmen nachzudenken“, heißt es in der Studie. „Hinter vorgehaltener Hand kündigt der ein oder andere Vorstandschef neue Ideen an. Inwieweit diese bahnbrechend sein werden, muss sich natürlich erst noch herausstellen.“
Gekämpft wird mit harten Bandagen. Als besonders aggressiv gilt Edarling. Die Partnervermittlung mit Sitz in Berlin startete 2009. Hinter dem Angreifer stecken die Samwer-Brüder. Die deutschen Internetpioniere, die hierzulande durch den Klingeltonanbieter Jamba oder den Schuhhändler Zalando bekannt sind, bauen auf ein erfahrendes Team: Geschäftsführer sind unter anderem Christian Vollmann, früher bei Ilove, und Kai Rieke, früher bei Parship. Das Pikante daran: Die Samwer-Brüder waren bei Parship beteiligt und gewannen dort Einblicke, die sie später für den Aufbau von Edarling nutzen konnten.
Laut dem Marktforscher Nielsen lag der Werbeetat von Edarling allein im vergangenen bei 30 Mio. Euro.
Die Technik, die dahinter steckt :
Von sozialen Netzwerken schaut man sich Funktionen ab. Von Facebook inspiriert können die Kunden jetzt auch auf Edarling auf „mag ich“- Buttons klicken oder mit vorgefertigten Fragen ihre Wunschpartner kontaktieren – alles, um das Flirten so leicht wie möglich zu machen. Die nächste Offensive folgt in der nahen Zukunft.
Dann geht der Edarling-Ableger Betterdate an den Start. Nutzer bekommen hier keine Partnervorschläge, sondern gehen selbst auf Suche. Was sich wie ein Rückschritt anhört, sei ein neues Wachstumsfeld: „Wir haben bei Betterdate vor allem in Funktionen investiert, die das Ausfüllen und Pflegen des eigenen Profils und das Durchstöbern anderer Profile unterhaltsam machen“, sagt Sabine Würkner, die für das neue Projekt verantwortlich ist. Eine TV-Kampagne soll die Plattform bekannt machen.
Parship unterdessen, der Marktführer unter den traditionellen Partnervermittlungen, steht unter Zugzwang. Dieses Jahr strichen die Hamburger zehn Prozent der 160 Stellen. Fachfunktionen seien zentralisiert worden, um „auch künftig schnell und effektiv agieren zu können“, heißt es bei Parship.
2011 kaufte die Partnervermittlung zum ersten Mal seit ihrem zehnjährigen Bestehen ein anderes Unternehmen. Sie schluckte die Plattform One2like, die mit Facebook kooperiert. Im Gegensatz zu Edarling trennt der Anbieter damit die älteren und zahlungswilligeren Kunden von den jungen, die offener mit der Partnersuche umgehen. „Online-Dating ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, sagt eine Parship-Sprecherin. „Wir sprechen heute Leute an, die sich das vor fünf Jahren nicht vorstellen konnten.“ Der Auftritt von Parship solle vorerst nicht verändert werden. Bei Parship ginge es um einen seriösen Auftritt, die Kunden zahlten für Diskretion und Anonymität.
Den Weg der Diversifizierung beschreitet auch die Telekom-Tochter Friendscout24. Sie begann als reine Singlebörse, wandle sich jetzt aber zu einem Partnerportal, sagt Geschäftsführerin Martina Bruder. „Wir sind an dem Punkt, an dem sich der Markt nach einem Hype stabilisiert. Man wächst über Marktanteilsgewinne oder gar nicht.“ Um die nach langfristigen Partnerschaften Suchenden von den Abenteurern zu scheiden, startete Friendscout vor kurzem den Ableger Secret, eine Plattform für erotische Kontakte und Seitensprünge. Sie richtet sich an Frauen und ist optisch bewusst seriös gehalten.
Die Kritik, die Nutzerzahlen seien bisher zu gering, weist Bruder zurück Sie spricht von derzeit 75.000 aktiven Nutzern. Im Vergleich zu etablierten Casual-Dating-Portalen, die laut Singlebörsen-Vergleich.de mehr als 200.000 Nutzer haben, steht Secret dennoch erst am Anfang. Kannibalisierungseffekte zwischen Friendscout24 und Secret seien nicht zu erwarten. Es gebe bei den Nutzern parallele Bedürfnisse, die sich nicht gegenseitig ausschlössen.
Die Studie von Singlebörsen-Vergleich bescheinigt dem Bereich des Adult-Dating die besten Wachstumsperspektiven. Hier seien noch „einige Marktbewegungen und Umsatzpotenziale zu erwarten“, schreiben die Experten: „Der Trend, dass es für Frauen immer selbstverständlicher wird, sich das Warten auf den Lebenspartner mit erotischen Abenteuern zu versüßen, hat eigentlich noch gar nicht richtig begonnen.“
Wir sagen :
Die Welt ist im Umbruch – vor allem im Bereich Dating. Der Big-Player Facebook macht den anderen Sorgen mit seinen Applikationen und bereitet anderen Kopfzerbrechen. Richtige Qualität und Anonymität muss für die User teuer erkauft werden. Die Bewegung der Frau im Bereich „kurzfristige Abenteuer“ steht erst noch bevor. Interessante Aspekte! Danke an singleboersen- vergleich für diese tolle neue Studie und die damit verbundenen neuen Erkenntnisse !
Das Freizeitcafe wünscht Euch einen schönen Freitag.
Quellen :

singleboersen-vergleich.de

ftd.de

Bildquellen :

http://www.gulli.com/news/16277-internet-dating-in-deutschland-sehr-beliebt-2011-06-05