Ihr lieben, es ist mal wieder soweit. Aufgrund Facebook wurde mal wieder jemand in seinen deutschen Persönlichkeitsrechten eingeschränkt- und das am Flughafen bei der Anreise in die USA. Anreise? Dazu kam es erst garnicht. Das junge Mädchen wurde weinend zurück nach Hause geschickt- aufgrund eines Facebook-Chat-Verlaufes und einen haltlosen Verdacht in einer Momentaufnahme.

Die ganze Geschichte könnt Ihr hier in der Berliner Zeitung lesen

Nun mag mancher wieder schreien „das ist nur ein Einzelfall“ auf Bildzeitungsniveau. Mag sein- aber es häuft sich. Zum Glück klagen die Betroffenen nun gewaltig dagegen. Hoffentlich stärkt das wieder unsere Bürgerrechte.

Und überhaupt- habt Ihr keine Angst vor totaler Ausspähung, die hinüber in unsere Realität schwappt?

Bestes Beispiel war u.a. der Artikel hier zur Hausdurchsuchung der schuldlosen Eva Ihnenfeldt – eine Vielzahl meiner Leser war sehr erschrocken über diesen Real-Life-Bericht samt Blogger-Interview.

Facebook selbst in allen Facetten wird mir unterdessen immer unsympathischer (lest hier mehr dazu): ….

Mal kauft man Patente zur Schufa-Nutzerausspähung ein, mal werden diffuse Aussagen vom Betreiber selbst bezüglich seiner eigenen Privatssphäre getroffen (wurde hier im Freizeitcafe heiss diskutiert) & nun ermahnt unser Justizminister Maas Facebook unrühmlichen Umgang mit rassistischen Beiträgen.

Kurzum werden auf Facebook eher Tittenbilder gelöscht statt brauner Aussagen – die dann schön verteilt bis auf die Pinnwände von Kindern landen.

Facebook will zwar – um das ganze mal etwas abzumildern – zwar einem Treffen auf Augenhöhe zustimmen und am bislang flapsigen, durchlässigen Verhalten gegen Hassbotschaften besser und „strafbarer“ (durch noch mehr reale Ausspähung?) vorgehen…

…ABER wie bitte soll das bei diesen Massenansammlungen von eigentlich bei uns strafbaren Postings in ständig aktualisierten Pinnwänden möglich sein? Wie soll das aussehen? Ich will mich nicht in Facebooks Lage versetzen, was da wieder an Klagen und Gerichtsprozessen aufkommt. Zum Glück (oder eher Pech) für UNS – ist das Facebook-Imperium samt WhatsApp & Co. so mächtig und reich- dass es unsere Datenschutzbemühungen einfach nicht für voll nehmen MUSS. So sieht es nämlich wirklich aus.

Das „Wir tun was“ & es tut sich nüx – kennen wir ja seitens Facebook schon zu genüge… am Ende kam nie viel bei rum.

Die Smartphone- und WhatsApp-Sucht tut Ihr übriges, dass regelrecht bald der Online/Offline- (auch Rechts-)Kontrollverlust blüht.

Die Universität Ulm forschte erst kürzlich mithilfe einer eigenes entwickelten App im vergangenen Jahr die Nutzungsdaten von 50.000 freiwilligen aus. 3 mal dürft Ihr raten, was dabei herauskam…

  • Studenten checken alle 12 Minuten mittlerweile Ihr Smartphone
  • Menschliches Leiden verschärft sich durch die ständige Ablenkung ständig vernetzter Geräte
  • tiefe Konzentration und sogenannte „Flow-Erlebnisse“ (dass man seelenruhig wie in einem Rausch erfolgreich & unaufhaltbar durch den Tag startet) werden immer seltener!
  • Unproduktiv und stressvoller werden wir dadurch

Ein Lösungsansatz (back to the roots) von Professor Montag (Psychologe an hiesiger Uni) dazu:

Zurück zur Armband-Uhr, Zeit-ablesen, weitermachen und fertig. Das ist die nicht so zeitfressende Ersatzdroge! 🙂