Werbung ist oft eher Ärgernis statt hilfreiche „Verbraucherinformationen“, als die sie Werbetreibende gern bezeichnen. Dabei muss das aber gar nicht so sein, wie zwei Beispiele eindrucksvoll beweisen. Umschrieben werden diese Taktiken mit Begriffen aus dem Bereich der Epidemielogie und der Kriegsführung. Aber keine Angst, das Ganze ist längst nicht so schlimm wie es sich anhört – und alle haben etwas davon.

Viren und Krieger

Wer das Wort „Virus“ hört, denkt unweigerlich entweder an Krankheiten von Grippe bis Ebola oder an nervige Schadprogramme auf dem PC. Aber auch im Online-Marketing geht es „viral“ zu: Gemeint ist hierbei aber nichts Schlechtes. Vielmehr geht es darum, dass sich Botschaften, in denen werbliche Inhalte stecken, wie ein Virus verbreiten – am einfachsten geht das natürlich über soziale Netzwerke. Damit das Ganze funktioniert, müssen die Inhalte so gut/unglaublich/erstaunlich sein, dass Nutzer sie freiwillig anderen über Shares, Retweets etc. weiterempfehlen.

Ein Beispiel: Im Rahmen einer viralen Netflix-Kampagne gab der Frankfurter Rapper Haftbefehl vor, eine „Los Pollos Hermanos“-Filiale zu eröffnen – die Resonanz war riesig.

Eine andere, nicht minder wirkungsvolle Werbevariante fokussiert hingegen die reale Welt: Das sogenannte Guerilla-Marketing. Der Ansatz: Entsprechende Werbebotschaften sollen die Kunden in freier Wildbahn überraschen und dabei möglichst wenig aufwendig sein – eben ähnlich, wie die gleichnamigen paramilitärischen Einheiten funktionieren. Hier findet ihr einige schöne Beispiele für die „kriegerischen“ Werbebotschaften.

Kreativ und günstig

Herkömmliche Werbung ist meist weitaus weniger interessant für die potenziellen Kunden – und um ein Vielfaches teurer. So sind hochwertige Fernsehwerbespots schon in der Herstellung nicht gerade ein Schnäppchen – und für die Ausstrahlung in der Primetime werden gern schon einmal Summen jenseits der 1.000 Euro fällig (Preisliste des ZDF hier als PDF) – und zwar pro Sekunde und jedes Mal, wenn der Spot läuft.

Virales oder Guerilla-Marketing lässt sich dagegen mit wesentlich weniger Kapitaleinsatz durchführen: Für eine gut funktionierende Social-Media-Kampagne braucht man im Prinzip lediglich eine zündende Idee, die in der Umsetzung nicht teuer sein muss. Gleiches gilt für Guerilla-Marketing: ein paar geschickt platzierte Aufkleber mit einem Motiv, das anspricht und im Gedächtnis bleibt, sind günstig zu haben – gut geklebt ist halb gewonnen.

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