Massenabfertigung beim Arzt – man sitzt heutzutage oft wie ein Huhn auf der Stange & wird ebenso von Arzt/Ärztin behandelt. Jeder wie eine Nummer, eine wirtschaftliche Zahl, nichts weiter. Patient 2ter (Warte-) -Klasse war früher. Heute ist das alles meiner gefühlten Meinung nach noch eine Spur schlechter geworden. Nicht überall versteht sich- aber hier und da sehr auffällig & vor allem unfreundlich, wenn man sich in Wartezimmer und Co mal mit offenen Augen umschaut.

Die Menschen werden älter. Die Demographie lässt grüßen. Eigentlich sollte man da doch denken, dass sich die Gesellschaft auf die älter-werdende Klientel höflich ein- und umstellt, oder? Denkste! Hier mehrere Beispiele aus eigenem, reichhaltigen Erfahrungsschatz in dieser Woche:

Schlange beim Augenarzt – man wird nicht mehr freundlich mit einem sanften Lächeln & der simplen Nachfrage zur Gesundheitskarte herzlich Willkommen geheissen, sondern Augen-Kontaktlos „abgefragt“ was man denn „wünsche.“ Ähmm…moment…nochmal zurückgespult…“wünschen“? Frieden, Respekt, Glückseligkeit, ewige Gesundheit dass man niemals zum Arzt muss, aber ….

Ist das nicht der Standart-Satz von der Fleischtheke im Supermarkt? Ich beisse mir mit meiner Begleitung (noch höflich) auf die Lippe, um nicht lauthals zu rufen „500 Gramm gehacktes halb und halb & eine Mettwurst“ bitte…

….Womöglich hätte diesen „Witz“ im täglichen Arzt-Trubelgeschäft vermutlich sogar keiner bemerkt. Man ist unaufmerksam & höchst unmenschlich geworden- besonders älteren Menschen gegenüber.

Es ist egal geworden, ob eine Dame sehr alten Semesters 3 Stunden warten muss, auf den Tonfall wird seitens Ärzten und Personal zunehmend nicht mehr geachtet. Die Welt dreht sich immer schneller, gedankenloser, kontaktscheuer, unfreundlicher. Besonders dann – wenn der Arzt selbst- wie ihn Gott schuf sprichwörtlich ein „Arschloch“ ist, färbt das besonders auf das Personal ab. Oder das Personal selbst ist vom Arschloch-Arzt angewiedert- kleine, sich wirklich zugetragende Szene:

Der Arzt steht am Service Tresen, die Hütte ist voll & er lässt lautspurig einen fahren. Als daraufhin die peinlich-berührte Arzthelferin spöttisch bemerkt (um die Situation zu retten) „Aber Herr Doktor, doch nicht hier!“ mit einem süffisanten Lächeln, entgegnet dieser in rauhem, abfallendem Tonfall: „Wenn Sie das stört, suchen Sie sich doch einen neuen Job.“

Das sagt sehr viel aus über Umgangsformen liebe Leser, oder?

Auch toll sind die Speed-Tests von Ärzten- sprich: Wenn ein älterer Mensch nicht 2 Sekunden nach dem Namens-Ausruf direkt vor der Tür steht, wird nochmals im schärferen, unfreundlichen Tonfall „gebrüllt.“ Egal, ob der Patient 300 Meter bis zur Tür den Arztes mit Rollator zurücklegen muss. Noch schlechter aber, wenn besagter, aufgerufener Patient in der Wartezeit mal „aufs örtliche“ muss. Dann wird eine Minute seitens Personal gesucht (aber natürlich nicht auf dem WC) & einfach der nächste drangenommen & der auf dem Klo sprichtwörtlich die nächsten Stunden vergessen. Ce´la Vie, wenn man da mal Wasser lassen muss.

Auch lustig (insofern einem da nicht das Lachen im Halse stecken bleibt): Namensgleicheit! Ich habe es selbst erlebt, dass der Arzt vor allen wartenden Patienten eine alte Frau aus voller Kehle ausschimpfte, weil diese den gleichen Nachnamen, aber nicht den korrekten Vornamen innehatte & einfach freudig zu ihm ins Behandlungszimmer schlenderte. Nach Abgleich einer schier militärischen Ausweiskontrolle sollte die eine Dame Maria XY dann „austreten“ & die andere Mechthild XY wurde im scharfen Ton zum „späteren Anrücken“ aus-gemustert!

Besser und freundlicher wäre es seitens des Artzes gewesen, hätte dieser Halbgott in weiss eine Prise Humor von seiner Mama ab-bekommen & dies recht freundlich abgehandelt. Mechthild XY zitterte jedenfalls noch 10 min später am ganzen Leib. Das tat mir richtig leid.

Gleiches wird im Krankenhaus beobachtet:

Hier haben 13 ältere Hühner auf der Stange das gleiche Häubchen auf, sitzen auf dem gleichen, versifften (stillgelegten?) Flur & warten allesamt mehrere Stunden auf a 6x Augentropfen und später die OP-Spritze….Routine, einschläfern….ein Huhn von vielen. Alle gleich gegart…

chickens-653183_1280Bild: (c) Pixabay skeeze Lizenz: CC0 Public Domain

Von Wohlbehagen im Alter keine Spur: Manche müssen mit Ihren alten Knochen auf Tischen sitzen, weil keine Stühle mehr frei sind – Kost und Logie falls jemand mal Durst bekommt (alte Menschen müssen viel und oft trinken) sowieso nicht frei. Eine Haltung die mir Angst macht- Euch auch?

Ist „das Alter“ nichts mehr wert? Wird man vor allem als älterer Mensch nur nur „Massen-abgefertigt“ im Gesundheitssystem heutzutage?

Lasst es mich wissen & sowie positive, als auch negative Haltungen und Beobachtungen zusammentragen. Ich bin gespannt, was dabei herauskommt. Euer noch hoffnungsvoller Christian, der – wenn es bei ihm mit dem Alter soweit ist- nicht so „behandelt“ werden will. Wir sehen uns …beim nächsten Arschloch-Arzt & unfreundlichem Service-Personal. Oder auch nicht- bleibt gesund!