Die stille Gewalt des Internets- ein Thema für sich, mit dem sich das Freizeitcafe am heutigen Dienstag einmal befasst für Euch.
Ein jeder kennt Sie – die wenig geistreichen Postings der „virtuellen Freunde“ und „Freundesfreunde. Ich las z.Bsp. einmal erschreckendes bei Facebook – da postete einer“ Schaut mal da – das Inzesthaus der Familie XXX.“- voll ausge-schrieben; einfach unglaublich und schrecklich zugleich. Auch wenn man etwas gegen jemand oder etwas hegt, sollte man dies doch besser direkt klären und nicht durch das Internet indem man dieses als „Anprangerungsmaschine“ mißbraucht- oder? Die Dunkelziffern sind hoch, die jene Gewalt aus Pein und Angst einfach totschweigen – aber auch dieses Schweigen ist verheerend. Gerade deshalb ist es wichtig, dass manche aufstehen und Ihren Mund aufmachen dazu – damit dies in der Gesellschaft Anklang findet und diskutiert wird für eine Wende. Die kleine Chantal hats getan – der Anfang ist gemacht!
„Du bist so hässlich“ und „Yaaa du Hurentochter“ sind nur zwei der Beleidigungen, die die 17-Jährige Chantal über sich ergehen lassen musste. Das Mädchen hat ihre Mobbing-Geschichte in einem ARD-Beitrag öffentlich gemacht.
Wir fanden die Tapferkeit dieses Mädchens, sich auch gegen die „Großen der Branche“ durchzuboxen toll – wenn viele mit so einem Engagement die Welt zum besseren kehren würden, wäre das Internet sicherer und respektvoller!

Wie es anfing & wie sich das Mädchen wehrte – lest die ganze Geschichte…Neben ihrem normalen „SchülerVZ“-Profil tauchte bald noch ein weiteres anonymen Nutzern verfälschtes auf. Ihr Foto war dort zur Hitler-Karikatur verfremdet, zusätzlich standen dort unwahre Dinge. Sie sei eine Streberin und lesbisch. Diese Aussagen wurden sofort kommentiert und dem Mädchen Prügel angedroht.



 

„Nicht mehr gerne vor die Tür gegangen“

„Das Empfinden, dass jemand einen hasst, ist heftig“, berichtet die Betroffene. Für sie sei unklar gewesen, ob die Täter aus ihrem direkten Umfeld kamen: „Ich bin nicht mehr gerne vor die Tür gegangen“, bekennt Chantal. Der Beitrag bestätigt: Die Opfer von „Cyber-Mobbing“ würden oft aus Scham schweigen, da das Phänomen oft nur als Lappalie gewertet werden würde.

Dabei hat Schüler-VZ für die jungen Nutzer viele Vorteile. Sie können dort virtuell Freunde treffen, flirten, tratschen und sich verabreden. Der Nachteil: Wer keinen Account hat, muss Angst haben, etwas zu verpassen und in der Klasse ein Außenseiter zu sein. Mit ihrem Profil bieten die Schüler eine Art „öffentliche Pinnwand“. Und weil deutsche Schüler mittlerweile mehr Zeit im Internet als auf dem Schulhof verbringen, bekommt Mobbing dadurch eine neue Qualität.

Nicht kontrollierbarer Schneeballeffekt

Je länger die Seite im Netz bleibt, umso schlimmer ist es für Betroffene. Vor allem weil der Schneeballeffekt nicht mehr kontrollierbar ist. In Chantals Fall dauert es mehrere Tage bis Schüler-VZ auf ihre Bitte reagiert, das falsche Profil zu löschen. Im Internet gleicht dies einer Ewigkeit: Eine Ewigkeit in der sie weitere Beleidigungen und Verunglimpfungen aushalten muss. Zunächst führen die Angriffe auf ihre Person zu Unsicherheit, Rückzug und Selbstzweifeln.

Doch statt zu kapitulieren, geht sie mit ihrem Fall an die Öffentlichkeit. Sie sucht juristischen Beistand. Gemeinsam mit ihrer Anwältin prüft sie, ob Schüler-VZ für die gefälschten Profile ihrer zurzeit 5,5 Millionen Nutzer verantwortlich ist. Mit einer Unterlassungserklärung fordert die Anwältin die Verantwortlichen von „SchülerVZ“ auf, gefälschte Profile sofort zu entfernen.

Angst vor einer juristischen Niederlage?

In dem Beitrag kommt auch einer der Pioniere in Sachen Aufklärungsarbeit zu Wort. Der Medienpädagoge Markus Gerstmann weist unaufhörlich auf die Gefahren von Cyber-Mobbing und Cyber-Bullying hin. Während viele Kinder draußen kaum unbeaufsichtigt spielen dürften, sei in der virtuellen Welt das Austoben angesagt. „Das Internet vergisst nichts“, warnt er Eltern. Doch auch Täter werden interviewt: „Es ist einfacher sich dort zu streiten, ohne dass es Konsequenzen hat. Es ist wie in einem Spiel“, sagt eine Täterin, die munter „gefälschte Profile“ online stellt.

Jährlich laufen 50.000 solcher Beschwerden bei „SchülerVZ“ auf. Über 70 Mitarbeiter sorgen von 7 Uhr bis 22 Uhr für deren Bearbeitung. „Doch nachts, wenn das Internet heiß läuft, ist sowieso niemand da“, kommentieren die Autoren des „ARD“-Beitrages. Das Unternehmen hat die Unterlassungserklärung unterdessen unterschrieben, um eine gerichtliche Auseinandersetzung zu vermeiden. Wenn Dritte Informationen über Chantal ins Internet einstellen, muss das „Social network“ zahlen. Die Anwältin wertet dies als Angst des Unternehmens vor einer juristischen Niederlage. Für Chantal bleibt trotzdem die Angst, dass sich der Vorfall noch einmal wiederholen könnte.