Auferstehung. Die Welt lebt von Veränderung. Totgeglaubte leben länger? So scheint es- besonders im Bereich der sozialen Netzwerke. Der „verschlafene“ StudiVZ-„Riese“ will es nochmal wissen…im Sommer…wenn dann noch wer da ist…

In der Welt las ich gestern hierzu ein interessantes Interview mit dem StudiVZ Betreiber; Grund-Tenor dort:

Das StudiVZ ist noch nicht tot. Es kommt wieder mal ein Re-Launch im Sommer.

Investiert werden soll dort noch einmal- ein neues „Design“ & Werbung. Doch ganz ehrlich: Kann das den Mitgliederschwund (von 16 Millionen auf läppische 5 Millionen) bremsen?

„Soziale Netzwerke stehen erst noch am Anfang….“- man sieht das Potential nicht in der Breite, sondern in der „Nische.“ Alles auf Studenten zugeschnitten…aber wollen diese das noch? Aussagen, die mich nicht so recht zufrieden-stellen. Euch etwa?

Facebook geht unterdessen nach dem Motto „Think Big“ voran…sie pfeifen auf Nischenbildung- schmeissen alles in einen großen, bunten Topf, rühren drin herum & machen mit Mut zum Risiko (uns deutschen überhaupt nicht ähnlich) einfach mal drauflos:

Internationale Aufstellung, Unüberschaubarkeit, Milliarden, Zukäufe und Verzicht auf Datenschutz. Wegen letzterem sollte – wie es aus dem Interview in der Welt hervorgeht- auch der Deal damals überhaupt mit Zuckerberg gescheitert sein. Jener wollte dato StudiVZ kaufen & die Holtzbrinck-Gruppe beteiligen. Bis heute beisst man sich wohl noch ins eigene Fleisch deshalb- hält aber trotzdem die Fahnen hoch, dass man ja gut gewirtschaftet hätte bei Holtzbrinck & alle Werbekunden zufrieden sind. Ich hätte das Freizeitcafe (wenn es schon so weit wäre) auch nicht an FB verkauft 🙂

Wir wollen hier auch keine Größenvergleiche zweier ungleicher „Gegner“ ziehen. Jedoch das Fazit, dass das StudiVZ unter solchen Vorraussetzungen sterben wird – wenn auch nicht wie angekündigt in ein paar Tagen… sondern erst ein bisschen später. Bei den Aussagen der Betreiber habe ich kein gutes Gefühl. Was mir fehlt: Pläne, Skizzen, Konzept & vollkommene Neu-Orientierung eines schon bereits sinkenden Schiffes. Letzteres will dort womöglich keiner wahrhaben…

Facebook kauft und kauft & der Börsengang :

Facebook kauft einfach mal so mühelos den Foto-Dienst Instagramm auf- für eine Milliarde Doller! Dies wurde gestern abend, kurz vorm Börsengang noch bekannt. Infos zum Börsengang haben wir übrigens hier einmal für Euch zusammengestellt.

Instagramm hat übrigens gerade mal 10 Mitarbeiter- deren Hintern sind nun vergoldet. Ein cleverer Schachzug von Facebook zur weltweiten Übermacht? Eindeutiges JA. Wie die Blog-Kollegen auf Basic-Thinking bereits in einem cleveren Artikel das ganze einschätzen, seht Ihr hier:

„Interessantes Motiv, goldener Schnitt, Objekt gut ausgeleuchtet? Egal! Einfach draufhalten und mal gucken, was Instagram draus macht. Ob wir wollen oder nicht, es lässt sich nicht mehr aufhalten: Wir werden in den nächsten Jahren von Fotos überschwemmt werden, die die Urheber für künstlerisch wertvoll halten. Mit etwas Glück führt der Weg langfristig zurück zur Schlichtheit. Mit viel Pech könnte es dazu führen, dass wir bald schon nicht mehr hingucken können, wenn uns jemand nur ein Foto zeigt.“ (Zitat Jürgen Vielmeier).

Fazit: Die „Überdosis Facebook“ schreitet also auf penetrante Art und Weise mit vielen Aufkäufen voran. Andere-wie das deutsche StudiVZ können dort nur staunend hinterher-schauen. Mit den Summen, die dort so mühelos (durch unsere Daten bezahlt) rausgehauen werden- will Facebook sich wohl auf Dauer alles nur erdenkliche in der Welt zusammenkaufen. Dass dieses Heuschrecken-Denken zur kompletten Gläsernheit der Menschen & zum Bankrott vieler Firmen führen wird- sehen die meisten leider nicht.

Beachtet: So groß wie der letzte Facebook- Einkauf ist nicht einmal der Rettungsschirm der EU 😉

Nichts desto trotz: Behaltet Euch bitte noch ein wenig Privatheit. Einen schönen Dienstag wünscht Euch das Freizeitcafe-Team.