Guten Morgen liebe Leser, bald wird es wirklich ernst und die Fußball-WM beginnt. Die Menschen fangen an, Deutschlandfahnen auf die Balkone zu hängen, in Trikots herumzulaufen, und sämtliche Außenspiegel werden in unseren drei Farben gestaltet sein – Schwarz-Rot-Gold, wohin das Auge reicht.

Und wieder stellt sich die Frage: Alleine schauen oder in einer grölenden Menge?

Public Viewing ist mal wieder das Stichwort, das durch die Medien geistert. Dicht gequetscht zusammen stehen, mit Bier und anderen Flüssigkeiten übergossen zu werden, und bei einem Tor mitwippen zu müssen, damit man im Meer der Menschen nicht untergeht. Ohrenbetäubender Lärm…

Toooooooooooooooorrrrr! Toll. Ich muss zugeben, das hat was. Jedesmal, wenn ich ein Spiel in einem Stadion verfolgt habe, bleibt es einfach viel besser im Gedächtnis. Jedes Tor hat die Schall-Schmerzgrenze erreicht. Public Viewing ist ein „Stadionbesuch light“, fast die gleiche Atmosphäre, aber vorgegebene Blickrichtungen. Wenn ich ehrlich bin, alleine schauen, die Frage stellt sich eigentlich gar nicht.

Stadionbesuch light – jetzt ist es offiziell

Neulich ist es dann auch offiziell geworden. Unsere Bundesregierung hat eine Sonderverordnung verabschiedet, damit der Lärmschutz gelockert wird. Übertragungen auf Großleinwänden sind also kein Problem mehr, auch wenn die Hälfte der Spiele nach 22:00 Uhr angepfiffen werden, manche sogar erst nach Mitternacht. Am 16.6. gibt es die erste Gelegenheit, dann spielt „Schlaaaand“ gegen Portugal.

In Düsseldorf war lange Zeit kein Public Viewing geplant, jetzt gibt es aber eine tolle Idee. Auf der MS Düsseldorf soll eine Leinwand montiert werden, von Land aus kann man dann dem Spielverlauf folgen. Die Idee ist ja nicht neu, aber klingt wirklich gut. In Bochum hingegen kommen Tausende zusammen, um im Westpark zu schauen. Zum Public Viewing allerdings kann man nicht einfach so kommen. Man braucht auf jeden Fall Fanschmuck! Eine Freundin hat mich mit dem Vorbereitungsfieber angesteckt. Sie hat sich so ziemlich alles in den Farben Schwarz-Rot-Gold bestellt, was es gibt. Neben der Standard-Ausstattung Trikot, Hawaii-Kette und Fahne hat sie es so richtig krachen lassen.

Schwarz-Rot-Gold vorne, hinten, oben und unten – einfach überall!

Eine Partybrille in den Deutschland-Farben erregt ja schon ganz schön Aufmerksamkeit. „Ich will mehr, ich will alles“, meinte sie aber. Was gibt es denn noch? Stichwort: Details. Kleine dezente Ohrstecker in den bekannten Farben, einen Minirock hat sie auch. Ihre schöne blonde Mähne wird auch dran glauben müssen: Sie hat sich eine Haartönung gekauft, schwarz und rot – die linke Seite wird schwarz werden, der obere Teil rot und die rechte Seite bleibt blond! Kann man das noch steigern? Ja, man kann. Und das war eine Idee von mir, auf die ich ein kleines bisschen stolz bin: Deutschland-Kontaktlinsen. Ich selbst komme mir dagegen dezent und irgendwie spießig vor, denn ich konnte mich bis jetzt nur zu einem Deutschland-Trikot durchringen, dass ich mir hier online bestellt habe– die Auswahl in einem Sportgeschäft hätte mich wohl überfordert.

Ich sage euch, das wird ein Spaß. Mit ihr an meiner Seite und ich mit meinem dezenten Deutschland-Trikot macht Public Viewing gleich doppelt soviel Spaß. Ein bisschen wie Karneval! Zeit, Dinge anders anzugehen.