Das Online-Auktionshaus eBay hat zum 13. Juni seine Verkaufsprovision verändert – für viele Verkäufer wird es dadurch deutlich teurer. Viele halten nun nach Alternativen Ausschau. Die allerdings sind gar nicht so leicht zu finden.

Erinnert sich noch jemand an die Anfangszeit von eBay? Damals, Ende der 90er-Jahre, war die Nutzung des Online-Auktionshauses komplett kostenlos: Keine Einstellgebühren, keine Verkaufsprovision. Als eBay später die ersten Gebühren einführte, war der Aufschrei in der Community groß. Und so ist es auch diesmal. Für eBay wird das kein Grund sein, die Gebührenänderung zu überdenken. Denn der große Erfolg kam seinerzeit trotz oder vielleicht sogar erst dank der Gebühren – mit dem Geld der Nutzer beispielsweise hatte eBay genügend Geld für großangelegte Werbekampagnen („3,2,1 – meins“) und konnte so zunehmend neue Nutzer gewinnen.

Verkaufsprovision steigt teilweise deutlich

Vielleicht ist es diesmal aber doch anders. Die große Zeit der Online-Auktionen könnte vorbei sein: schon seit Jahren verdient eBay vor allem an Profi-Händlern, die Neuware zu Festpreisen anbieten – der Schnäppchenmarkt-Character ist im Laufe der Zeit mehr und mehr verloren gegangen. Und die aktuelle „Anpassung“ der Gebühren, wie eBay es nennt, dürfte manch einen in der Tat dazu bewegen, genau nachzurechnen, ob sich ein Verkauf via eBay überhaupt lohnt.

Verändert hat eBay die Verkaufsprovision. Bisher war diese gestaffelt und richtete sich nach der Höhe des Verkaufspreises. Nun liegt sie fest bei 9 Prozent, maximal aber 45 Euro. Vor allem bei Artikeln mit niedrigem Verkaufspreis macht sich das bemerkbar. Beispiel: Bei einem PC, der für 100 Euro verkauft wird, zwackt eBay 9 Euro an Verkaufsprovision ab – bisher waren es 6,50 Euro. Erst ab einem Verkaufspreis von mehr als 1.425 Euro kassiert eBay weniger als bisher.

Nur wenig Alternativen

Wer angesichts dieser Zahlen jetzt zu einem anderen Online-Auktionshaus wechseln will, findet leider nur wenig an Alternativen. Es gibt zwar jede Menge Auktionsseiten, bei näherer Betrachtung stellen sich diese aber als ziemlich schwachbrüstig heraus: Es gibt kaum Angebote, entsprechend auch wenig Käufer. Wer seine Artikel dort einstellt, muss befürchten, dass sie für wenige Euro verkauft werden, weil kaum jemand mitbietet. Einzige ernstzunehmende Alternative zu eBay ist hood.de. Dort ist die Basis-Auktion für Käufer und Verkäufer zudem kostenlos – nur wer seine Auktion aufhübschen will, muss entsprechend dafür bezahlen.

Aber auch hier gibt es deutlich weniger Angebote als bei eBay. Beispiel: In der Kategorie „Vertragsfreie Nokia-Handys“ listet eBay gut 13.000 Angebot auf – Hood hat an gleicher Stelle etwa 500 Einträge zu bieten.

Wachstumsmarkt Kleinanzeigen-Portale?

Eine andere Alternative können allerdings Kleinanzeigen-Seiten im Netz sein – Angebote wie Kalaydo oder eBay Kleinanzeigen. Dort geht es zu wie auf dem guten, alten Strassenflohmarkt: Man stellt seine Artikel samt Wunschpreis vor, dazu gibt es Telefonnummer oder E-Mail-Adresse – und dann wird außerhalb des Online-Portals weiterverhandelt. Bisher sind dort die Basis-Anzeigen ebenfalls kostenlos. Die Kleinanzeigen-Portale kümmern sich allerdings nicht um die weitere Kaufabwicklung oder gar um Probleme, sollte man einem Betrüger aufgesessen sein.

Wohl auch aus diesem Grund werden bei den Kleinanzeigen-Portalen vor allem schwere oder sperrige Dinge angeboten, die sich kaum verschicken lassen: Möbel, Fahrrad und Co. lassen sich besser persönlich übergeben. Auch den Kaufpreis kann man dann in bar bezahlen und vielen Problemen der Online-Auktionshäuser aus dem Weg gehen. Möglich, dass sich die Kleinanzeigen-Portale als echte Alternative zu eBay entwickeln. Zumindest dann, wenn alle, die jetzt über die Gebührenänderung bei eBay meckern, ihre Drohung wahrmachen und dem Online-Auktionshaus tatsächlich den Rücken kehren.

Wir sagen : Schöne alte Zeit – wo man bei Ebay noch wirkliche Schnäppchen machen konnte und vor allem günstig verkaufen! 9% sind enorm – eigentlich schon fast dreist. Nur wohin? Der Markt hat ausser „hood“ nicht viel zu bieten. Und dort fehlt so einiges, was Ebay längst schon als Standart führt…sehr clever…wenn ein Monopolist etwas ändert, kann man nur zuschauen und zahlen.

Die schöne – wirklich gut produzierte Werbekampagne im TV muss ja irgendwie finanziert werden – aber dies alles auf den Rücken der User, die seit Jahrzehnten die Basis von Ebay bildeten? Als Dankeschön erhalten diese die „Ebay-Kleinanzeigen“- kostenlos!-dankeschön…aber dafür besteht auch kein Käuferschutz mehr, es ist alles self-made, kein gültiger Kaufvertrag, man muss alles über seine eigenen Kommunikationsmittel ohne Ebay abwickeln: Ausgegliedert und aufs Abstellgleis geführt- der neue Ebay User!  Ebay spart sich die Arbeit mit seinen eigentlich treuen Usern, denen Sie alles zu verdanken haben. Ich bin sehr gespannt, ob sie damit durchkommen…wie seht Ihr das ganze? Okay- es ist nicht unbedingt ein Social Media Bereich, aber social-medial- diskutierfreudig & damit der Aufreger der Woche! 🙂

 

Quelle :www.einslive.de