Januar 17, 2013

“We promise, We deliver – bigger.better.faster.stronger.safer.”

Zitat von der Webpräsenz kim.com

Wir hatten hier bereits einen Artikel zu dieser genialen- und gleichzeitig sehr abstrusen Persönlichkeit Kim Schmitz – und seinem neuen Vorhaben Mega zum besten gegeben.

Aber um was genau handelt es sich da? Was kommt auf die möglichen Nutzer zu & vor allem: Ist das alles legal? Wir vom Freizeitcafe haben für Euch recherchiert in den Tiefen des “dunklen Webs”…

Mega ist – kurz und bündig ausgedrückt – die neue graue Wolke in unserem Datennetz. Genau darin kann man sich so richtig schön verstecken. Simpel bis clever reicht die Beschreibung für die Funktionsweise. Dickes Plus, was obendrauf gelegt wird:

Es werden einem 50 Gigabyte(!) kostenloser Speicher geschenkt! Eine Revolution! Aber wird das tatsächlich die Welt verändern?

Ich selbst bin auch Nutzer meiner ganz eigenen “Cloud” via einem Anbieter für Onlinespeicher aus der Schweiz namens Wuala. Alle Daten, die dort hochgeladen werden, sind einzeln und extrem gut verschlüsselt. Eine sichere & saubere Sache. Es kommt also niemand rein- es sein denn ich teile das ganze privat mit jemandem via Geheimlink zum downloaden. Sogar einzelne Ordner können für jemand sichtbar oder unsichtbar gemacht werden.

Sehr nützlich wenn Ihr mich fragt: Ein ganzer Familienkreis wird einfach mal so mit allen 20 Gigabyte-starken Fotos der letzten Hochzeit versorgt; oder man teilt sich mit seinem Schatz eine große Musiksammlung- oder Mitarbeiter bekommen einzelne Ordner für Gemeinschafts-Arbeiten angelegt, wo sie selbst jederzeit Dateien hochladen können. Jenes kostet eine kleine Stange Geld, aber allein schon die Sicherungskopien- falls ein ganzes System mal crashed wie dieser Blog hier oder die Community und viele andere Dinge- sind es mir wert.

Nun aber zurück zu Mega- wie genau funktioniert die “graue Eminenz”? Wir machen es kleinschrittig für Euch plausibel:

1) Die hochgeladenen Datenmengen werden schon direkt beim Transfer über Euren Browser verschlüsselt.

2) Der Uploader-also man selbst- erhält einen besagten “Entschlüsselungs-Key”.

3) Der Uploader selbst trägt damit die Verantwortung, wem er diesen einzigartigen Key weitergibt.

4) Mega ist sowas von aus dem Schneider!

Denn sieht man es mal realistisch: Der Betreiber selbst gibt alle Verantwortung aus seinen Händen. Ist somit für Justiz & Co. überhaupt nicht mehr angreifbar. Der Kunde selbst ist Dienstleister, wenn er privat die Schlüssel ausgibt & Hof&Tor zu seinen Datenwelten den anderen öffnet. Was da alles getauscht werden kann? ALLES!

Bei diesem Konstrukt bin ich sehr gespannt, ob “Experten” & Juristen dem entgegentreten können. Schmitz umgibt immernoch diese düstere Aura (kein Wunder für jemand, der mit einem Bein im Knast steht)- jenes kann für ihn marketingtechnisch zum Vorteil sein; die Vertrauensbasis in das Gesamt-Unterfangen aber kann ihm genauso das Genick brechen bei seinen “Mega-Erwartungen.”

Es gibt übrigens auch schon einen Vorab-Sceenshot von einem Mega-Profil, welcher die letzten Tage auf Twitter herumgeisterte; sieht übersichtlich & sehr “aufgeräumt” aus:

Mein Fazit: Mega ist Mega. Nämlich Mega-mäßig-clever!

Nur habe ich selbst Zweifel, ob ich dort meine Daten hochladen würde. Es hapert beim mir immer etwas an der Glaubwürdigkeit. Ich gönne Kim den Reichtum als findigen Geschäfts-Fuchs, aber ist das Freiheitsdenken von ihm mit einem Haken verbunden? Irgendwas findet man immer bei jemanden, der schon so allen Gesetzen da draussen getrotzt hat. Graben wird man.

Und was passiert mit meinen sensiblen hochgeladenen Daten, wenn die ganze Mega-Bude wieder dichtgemacht wird? Fragen über Fragen, auf die es (womöglich) auch in 2 Tagen keine Welt-verändernden Antworten haben wird… wie seht Ihr das ganze?

Über den Autor

Christian Gera

Seit 2011 Berufsblogger hier auf Freizeitcafe.info, dazu Digitaler Produkte-Erschaffer, Buchautor & erfolgreicher Onlinemarketing-Netzwerker unter der eigenen Marke Bloggerherz & seit 2020 Hörbuchsprecher.


Auf Bloggerinterview.com habe ich die größte, automatisierte Interviewplattform Deutschlands gegründet.


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  • Ich wäre auch vorsichtig damit, Schmitz ist kein Unbekannter und ich kann mir nicht vorstellen, dass sein neues Vorhaben nicht von Anfang an unter Beobachtung stehen wird. Klar, wer kein illegales Filesharing betreibt, braucht sich zumindest in straf- und zivilrechtlicher Hinsicht keinen Kopf machen, aber wie du schon sagtest – ich möchte nicht, dass meine privaten Daten in irgendeiner polizeilichen Datenbank landen, weil sie Schmitz den Laden dicht gemacht haben, weil eben einige (viele?) User auf die Idee gekommen sind, die Links in einschlägigen Foren zu verbreiten. Wäre nicht das erste Mal, dass es wegen dem Userverhalten zu Problemen kommen würde, Rapidshare hat die AGB aus diesem Grund schon mehrfach geändert.

  • Ich sehe keinen Grund, das neue Mega nicht zu nutzen! Selbst wenn das FBI einen neuen Anlauf nimmt, und die Hütte wieder aufmischt, glaube ich nicht das sich die Herrschaften die Mühe machen, die verschlüsselten Daten zu entschlüsseln. So eine Aktion wäre viel zu aufwändig! Ausserdem glaube ich kaum, das Kim dumm genug ist, sich diesmal nicht nach allen Seiten wasserdicht zu machen. Was den Kommentar zu Rapidshare angeht, so denke ich das sich die Schweizer step by step aus dem Hosting verabschieden. Die Anpassungen der AGB’s ist wohl nur ein Manöver um den Rückzug zu verschleiern. Denen geht es wohl primär darum, ihre Kohle in Sicherheit zu bringen und vor Beschlagnahme zu schützen. Ich werde auf jeden Fall den Vorzug an Mega geben, da Rapidshare sogut wie tot ist.

  • Und damit ist Kim endgültig für mich erledigt:

    Der Slogan “The Privacy Company” wird allerdings von den Geschäftsbedingungen teilweise ad absurdum geführt. Ist es noch völlig klar, dass Mega auf Anfragen basierend beispielsweise auf dem Digital Millennium Copyright Act mit den Behörden zusammenarbeiten muss, so werden sich manchem die Haare sträuben, was die Vorhaltung der Nutzerdaten angeht. Neben den Anmeldedaten werden Kommunikations-Aufzeichnungen, Daten über den jeweils verursachten Verkehr und das Seitennutzungsverhalten nebst der IP-Adresse gespeichert. Befremdlich auch der Satz: „Jegliche persönliche Information, die mit den Daten auf unsere Systeme hochgeladen wird, [wird gespeichert], inklusive, aber nicht limitiert auf die Anmeldedaten.“ Noch obskurer erscheint eine Formulierung zur Kreditwürdigkeit: „Wir können jegliche Information, die wir über Sie als Nutzer haben, verwenden und an jeden anderen zur Einschätzung der Kreditwürdigkeit oder zum Ziel der Beitreibung von Verbindlichkeiten weitergeben“. Andererseits reicht zur Registrierung ein Pseudonym und eine gültige E-Mail-Adresse sowie ein Passwort, eine weitere Überprüfung der Daten findet angeblich nicht statt.(c)Computerbase

    Er schreibt schon, dass man ihm freie Hand geben soll, die gesammelten Daten zu verhökern? Danke, nein. Kreditwürdigkeit? Hallo, geht´s noch?

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