Oktober 30, 2013

“Das Beste daran war aber nicht das Küssen und nicht das abendliche Zusammenpromenieren und Heimlichtun. Das Beste war die Kraft, die mir aus jener Liebe floß, die fröhliche Kraft, für sie zu leben, zu streiten, durch Feuer und Wasser zu gehen. Sich wegwerfen können für einen Augenblick, Jahre opfern können für das Lächeln einer Frau, das ist Glück.”

(Hermann Hesse, Eine Fußreise im Herbst)

Herbstblätter wehen von den Bäumen. Windrosen wehen diese weg. Machen Platz für eine neue Zeit- einen neuen Anfang. Den kalten Winter – den man sich aber auch schön warm mit tollen, wunderbaren Beziehungen gestalten kann…

Wir alle kennen das. Dieses unsichtbare Band zwischen Menschen.

Oft unerklärlich, wie aus dem Nichts entsprungen. Ein Neuanfang. Jemand anderen ins Herz zu schließen ein Wagnis. Das Risiko einzugehen, sich einer bestimmten Person zu öffnen. Sich anzuvertrauen. Sich in dessen Hände zu be-geben und fallenzulassen. Immer in der Hoffnung nicht enttäuscht, verletzt, betrogen oder hintergangen zu werden. Den zugelegten Panzer, das Herz und seine Gefühle wieder für jemand zu öffnen. Oft schwierig – aber machbar, wenn ein Herz oder dieses Gefühl für jemand wieder neu entbrannt ist. “Wegwerfen können für einen Augenblick” wie es Hesse so schön beschreibt. Ein Lächeln das bereichert zu ernten, ein Glücksgefühl zu erleben. Das wiederzubekommen was man selber gibt.

“Ich war einsam und alleine- nur einer dieser Steine” (wie es Sido derzeit titelt) – bis dieser Stein aufgehoben wurde von einer gewissen Person…

Bildquelle: pixabay cco

Das Gefühl, dass man eine andere – eigentlich noch völlig fremde Person- schon jahrelang kennen würde, kennt Ihr sicher auch. Als Seelenverwandtschaft betiteln das viele oft. Die Glücksgefühle in diesem Zusammenhang müssen nicht immer nur in Kurzweil- Begegnungen enden, denn dieser Artikel hier handelt von den ganz intensiven & innigen, einzigartigen, beständigen Beziehungen untereinander..

Die Gespräche mit dieser einzigartigen Person sind wie Perlen, die man endlos weiter-aneinanderstecken will

…sie fliessen dahin, ergänzen sich, beruhigen Dich, machen einfach glücklich. So glücklich, dass man die Stimme vermisst oder dass man sich nicht mehr betten möchte, bevor man diese nicht nochmal wenigstens kurz zum “Gute-Nacht-sagen” gehört hat.

“Wenn ich mich nun besinne, für wen ich diese Blätter beschreibe, wer eigentlich soviel Macht über mich hat, daß er Bekenntnisse von mir fordern und meine Einsamkeit durchbrechen kann, so muß ich einen lieben Frauennamen sagen, der mir nicht nur ein großes Stück Erleben und Schicksal umfaßt, sondern wohl auch als Stern und hohes Sinnbild über allem zu stehen mag.”

(Zitat Hermann Hesse, Gertrud)

Jene imposanten und romantische Worte in die Neuzeit katapultiert bedeuten heutzutage eher folgendes: Das Suchtpotential und es zu übertreiben in Zeiten von zuviel Virtualität und Dauerbeschallung via WhatsApp und Co. – ist jederzeit da. Wie ein drohender Schatten schwebt dieses über der Zwischenmenschlichen Beziehung.

Dauerkontrolle, Abstumpfung, jederzeit erreichbar sein. Das kann- muss aber nicht das Damokles-Schwert für eine Beziehung und die grossen, starken Lieben da draußen sein. Denn, wenn man sein eigenes WhatsApp- Verhalten und auch die wie ich es ausdrücke “Sucht nach einer Person” – fein und gesund dosiert, ist auch ein Erhalt dieser tollen Beziehung inmitten aller potentiellen Störfaktoren machbar. Einer möglichen WhatsApp Sucht auch und gerade in Beziehungen aus dem Wege zu gehen gleicht zwar fast schon einem Wunderwerk, weil das “Kontakt halten” so einfach und gleichzeitig so penetrant anmutet. Aber es ist ein machbares Wunderwerk – wenn beide auch zwischendurch mal den Kopf einschalten und sich in ihren Sehn-Süchten dosieren.

Eigene Schwächen zugeben, weinen können, sich darüber klar werden dass man selbst nicht perfekt ist und Fehler machen wird

Es ist nicht jeder Tag immer himmelhoch- jauchzend, kein Mensch ist perfekt, nicht immer scheint die Sonne aus dem Po – und doch hat man diesen oder jenen Menschen ausserhalb aller Träume und Phantasiewege einfach nur unfassbar gern. Ein Stern, ein Bambi, eine Zuckerschnute … und wie sich die Kosenamen ( hier mein Artikel über die Bedeutungen von Kosenamen in der Partnerschaft) für den/die liebste auch immer zusammensetzen mögen: Sie bleiben aufgrund Ihres Wesens immer im Herzen fest verankert.

Wir vom Freizeitcafe wünschen Euch die allerschönsten Herbst-Erlebnisse mit diesen “liebsten.” Schönen Mittwoch Euch allen da draußen! Und um es abschließend wieder mit Hermann Hesse zu sagen:

“Ihr Lächeln war von der echten Art. Es geschah weniger mit den Lippen als mit den Augen; das ganze Gesicht, Stirn und Wangen glänzten innig mit, und es sah aus wie ein tiefes Verstehen und Liebhaben.”

​Über den Autor

Christian Gera

​Ich blogge seit 2011 und bin bekannter ​Berufsblogger sowie Influencer, Hörbuchsprecher, Onlinedozent, Schriftsteller,Digitaler Produkte-Erschaffer&Onlinemarketing-Netzwerker. Mit Gemeinsam Wachsen habe ich eine Onlinemarketing Lernplattform aufgebaut, sowie mit Bloggerinterview.com die größte, automatisierte Interviewplattform gegründet.  Ich freue mich auf Ihre Anfrage- eine Leistungsübersicht finden Sie hier auf der Startseite.

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  1. Wünsche sind aber nur der Drang etwas zu wollen. Meinst Du nicht, dass wenn man sich von der Sehnsucht nach etwas befreit, dass man dann ein besseres Gefühl hat als wenn sich der Wunsch erfüllt und so nur ein neuer Wunsch geschaffen wird?

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    1. Bei dieser hoch-poetischen Frage komm ich gedanklich kaum mit …aber danke 🙂 Wünsche können fatal sein wenn man zuviele davon hat und wenn man immer wieder neue erschafft ist eher das Unglück und die Unzufriedenheit beim ständigem Wunsch-Streben vorprogrammiert. Das ist auch nicht so rosig- haste Recht. Aber so stehts ja auch nicht im Artikel. Man sollte immer befreit auf-leben und sich spontan dem Glück und an den plötzlich- sich ganz von selbst erfüllenden (innerlichen) Wünschen erfreuen. Vielleicht hilft Dir das weiter zur Erläuterung. PS: Bei deiner Fragestellung kann man eine ganze Philosophie-Stunde füllen 🙂

      Reply

  2. Befreit leben, bedeutet aber sich über das zu freuen was man hat und nicht sich nach Neuem zu sehen. 😉

    Und eine Stunde reicht da nicht, ich beschäftige mich wegen meiner Religion seit Jahren mit dem Thema 😉

    Reply

    1. …ich merke das schon 🙂 Aber gute Einwände. Also ich freue mich oft über das was man hat- freue mich aber auch über neue, belebende Eindrücke & wenn daraus ein neuer Wunsch aufkeimt (der womöglich auch nie erfüllbar ist). Aber Träume und Wünsche sind für jeden gut….wobei…der Artikel heisst doch garnicht so 🙂

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    1. Um “weiterzumachen” 🙂 Aber hey wir kriegen zu Deinen Fragen sicher 100 Frage-Antwort-Comments zusammen (ist das dann ein neuer Rekord? ) 🙂 Was sagen andere?

      Reply

    1. Tu das – ich und andere lesen das sicher gerne bei Dir im Eckendenker-Blog. Mich würde bei meinem Artikel hier eher interessieren, wie man das mit der WhatsApp Sucht in Beziehungen sieht (vielleicht hast Du die Verlinkung gelesen wie weit es in Deutschland schon damit gekommen ist) & ob menschliche und zwischenmenschliche Bande auch für Dich von so hoher Bedeutung sind, oder eher nicht 🙂

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  3. Freunde sind wichtig aber Beziehung sehe ich als nicht so wichtig an. Natürlich ist es schön sein Leben mit jemanden zu teilen aber als Dauersingle muss ich ehrlich sagen, ich habe kein Problem damit, noch sehne ich mich nach einer Beziehung. Ich genieße einfach den Tag so wie er ist und irgendwann wird schon jemand vor der Tür stehen. Suchen tue ich nicht, wieso auch. Wenn ich suchen würde, würde ich die Frau meiner Vorstellungen garantiert nicht finden.

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  4. Puh, interessante Antworten 🙂
    Ich glaube manche kenne dieses “befreien” gar nicht so, oder werden es nie kennen.
    Wie soll ein Kind, welches in der 5 Klasse schon ein iPhone hat, wissen wie es ohne ist. Die meisten Kinder/Babys dürfen heutzutage ja noch nicht mal alleine im Matsch spielen. Es könnte ja dreckig werden!^^
    Mein Vater ist auch total gegen alles “neue” wie Smartphones, Apps etc. Er sieht immer nur wie wir “dadrüber hängen” und nur damit beschäftigt sind. Er hat dafür sogar ein neues Wort erfunden (welches ich her besser nicht schreibe)!
    Dabei übersieht er, dass wir es auch weglegen können und auch andere Sachen machen, ganz “internetlose” Sachen.

    Und du beschreibst, soweit ich das gesehen habe nur den Moment wenn du mit deinem Partner zusammen bist. Doch was ist mit Menschen in einer Fernbeziehung? Helfen WhatsApp und Co nicht ein wenig?
    Natürlich kann man es auch da wieder übertreiben.

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  5. Super schöner Text – Du beschreibst es so, wie es in der Realität wirklich ist. 😉

    Einem Neuanfang sieht man immer ein Stück positiv, sowie auch ein Stück negativ entgegen. Angst vor Enttäuschungen und Verletzungen sind vorprogrammiert, welche sich schnell lösen, wenn man merkt, der Partner meint es ernst 🙂

    Um auf die “mögliche WhatsApp-Sucht” einer Partnerschaft zurück zu kommen. WhatsApp kann in einer Beziehung echt zu Problemen führen. Viele fragen sich direkt, warum bekomme ich keine Antwort von meinem Liebsten, habe ich etwas falsches gemacht? Das ständige verlockende Nachsehen, wann war mein Partner online, wieso habe ich noch keine Antwort bekommen? – macht viele nachdenklich. Auch wenn der Partner mal nicht direkt antwortet, weil er verhindert ist, sollte man nicht direkt negativ denken. Eine Beziehung besteht aus geben und nehmen. Gerade deshalb sollte man Verständnis dafür haben, wenn der Partner verhindert ist zurück zu schreiben sowie seinem Partner den gewissen Freiraum zu ermöglichen, den er / sie braucht. Ich denke, dass WhatsApp Probleme in den Partnerschaften verursacht, welche im realen Leben schon viele Streitigkeiten, Diskussionen und Probleme haben.

    In Partnerschaften in denen es gut läuft ist es meistens kein Problem, da man sich einfach freut, wenn man eine Nachricht von seinem Liebsten erhält 🙂

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  6. Pingback: Über Wünsche und Antrieb
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