Mai 16, 2013 Von Christian Gera

WhatsApp Sucht und Beziehungsfrust – Wege und Mittel aus der Dauerbeschallung

WhatsApp Sucht – was ist das eigentlich? Guten Morgen Ihr lieben. Heute wird es im Freizeitcafe mal wieder mehrere Artikel geben. Es geht um ein Thema, was sicherlich viele betrifft:

WhatsApp Sucht und Beziehungen

Auch ich habe vor wenigen Wochen das erste Mal WhatsApp installiert (besser spät als nie, man ist ja neugierig & offen)…

Ich muss zugestehen: Anfangs war ich begeistert vom kostenlosen Funktionsumfang und wie schnell man Fotos und Co. blitzschnell und gratis versenden kann. Aus Spass kann aber schnell Frust werden. Und war da nicht etwas? Wenn irgend etwas kostenlos ist…..- dann bist Du nicht der Kunde, sondern das Produkt des ganzen! Wahre Worte, denn WhatsApp ist und bleibt eine Daten- Krake – ähnlich wie Facebook, nur noch weitaus schlimmer- weil man immer und ständig und überall (noch mehr als bei Facebook) darüber erreichbar ist.

Gerade in Beziehungsdingen kann dieses hochtechnische „Geschenk“ und die neue Möglichkeit „zusätzlicher Kommunikation“ in große Abgründe führen. Auch ich musste das erleben…

In einer interessanten ipass Studie von 2011 (mensch das ist 2 Jahre her- kann demnach nur „schlimmer“ geworden sein! 🙂 ) sieht es nämlich so aus, dass 29% der befragten Menschen angaben schon immense Beziehungsprobleme durch Smartphone/App und Co. gehabt zu haben. 35% müssen unbedingt Ihre Mails und Co. checken sobald sie die Augen aufgemacht haben. 77% nehmen Ihr Smartphone mit ins Schlafzimmer. 44% können es nicht ertragen, wenn das Smartphone – während sie zu Hause sind – nicht in Arm-Reichweite ist! Das ganze ist hier nochmal in einer schönen Übersicht für Euch dargestellt:

Image by iPass Inc

Wenn man sich diese Zahlen einmal durch seinen Kopf gehen lässt, wird einem doch wirklich schlecht: Die Vielzahl von uns ist abhängig. Dauer-Erreichbarkeit führt zu immensen Streitereien, desweiteren klaut und nimmt sie uns kostbare Lebenszeit mit unseren liebsten, wenn wir mal mit ihnen zusammen sind.

Handy aus und raus lautet eine Lösung

… und ich bin wirklich nicht der einzige der mittlerweile so denkt!

Vielleicht bin ich ja noch von der „alten Schule“ mit meinen knapp und fast 32 Jahren – aber ich fand es bislang immer ganz schön mit meiner liebsten aufzuwachen & erstmal in Ruhe für beide ein grandioses Frühstück zu zaubern OHNE diesen ganzen Scheiss. Irgendwie war alles befreiter, nichts und niemand konnte ständig dazwischenfunken, Probleme wurden erst dann besprochen wenn beide Zeit dafür hatten & nicht zwischen Tür und Angel via Kurzmitteilung.  Freunde sah man mit Ihren Problemchen und Wehwehchen erst in Schule oder sonstwo- das Privatleben anderer machte kein so grosses, neugieriges Zeitfenster aus wie heute.

Gerade in kurzen Statements zu Gefühlen, komplexen Situationen und Co. liegt so viel Problematik. Und Probleme sollte man niemals in einer Beziehung via sozialer Medien klären!

Geradlinigkeit, eine gesunde Basis und ein offenes Ohr, Zeit und vor allem echte Reaktion und Emotionen erhält man doch wirklich nur- wenn man sich real trifft. Ein Bewußtsein dafür zu haben, wann WhatsApp und Co. zuviel wird – die Dauerbeschallung einfach mal auszumachen & durchzuatmen & NEIN zu sagen (vor allem wenn man beruflich schon so viel vor der Kiste hängt wie ich es bisweilen tue) ist immens wichtig für die eigene Lebensqualität.

Ich denke, ich werde in den nächsten Tagen einfach wirklich mal wieder zu meinem alten Sony-Gerät ohne Facebook, ohne WhatsApp und Co. greifen – um mich einfach mal wieder frei und unabhängig zu fühlen. Keine Bange- für geschäftliche Dinge bleibt mein Smartphone weiterhin an – aber eben nicht mehr für die privaten WhatsApp oder Facebook-Nachrichten. Klingt fast schon nach Abenteuer, oder? So weit ist es schon mit uns gekommen. Bestätigen tun dies die immer rasanter ansteigenden Zahlen von Online-süchtigen.

Wo gibt es Hilfestellen wenn man die Online-Sucht nach Smartphone und Co. selbst nicht mehr in den Griff bekommt?

Mittlerweile gibt es zum Glück viele gute Anlaufstellen – auch wenn sich viele Ihrer Sucht nicht bewußt werden wollen. Das Netzwerk für Ratsuchende auf www.netzwerk-fuer-ratsuchende.de ist da beispielsweise zu nennen. Dort gibt es schon eine Menge von Einzel- Einträgen, mehr als 170 Suchtberatungs- Stellen lassen sich vorfinden. Weitere Hilfe kann man erwarten in und bei: Kliniken, Ärzten, Therapeuten, Netzwerken, Präventionsstellen, Ambulanzen, Offline-Alternativen, und Info- und Austauschforen. Am meisten lernen kann man von über 200 Aussteigerberichten. Aktiv sein gegen das ganze kann man hier unter www.aktiv-gegen-mediensucht.de und www.rollenspielsucht.de mit mehreren Millionen Zugriffen in der letzten Zeit.

Ungeachtet dessen- und das ist ein weiterer Aspekt sich einfach mal von der Dauerbeschallung WhatsApp zu trennen: Der Sicherheitsaspekt. Hier einmal genial aufbereitet vom ZDF (Video leider nicht mehr verfügbar).

Fazit: Beobachtet Euch selbst und Euer Smartphone/Onlineverhalten. Sucht Euch Hilfe und Ansprechpartner in Familie, bei Experten und Co. wenn es überhand nimmt und zwingt Euch auch einfach mal auszuschalten. Ihr habt auch ohne das alles ein Leben & das Leben geht auch ohne Dauerbeschallung weiter. Lebt es – und lasst nicht zu dass Datenkraken, Apps und Co Euch das wichtigste im Leben nehmen: Eure Lebenszeit! Schönen Donnerstag!

Aktuelles Update 2023 zur WhatsApp Sucht in einem meiner meistgelesenen Blogartikel hier im Blog:

WhatsApp hat in den letzten Jahren einen enormen Anstieg an Nutzern erfahren und ist zu einem der beliebtesten Messaging-Dienste weltweit geworden. Mit der zunehmenden Popularität von Smartphones und Mobilgeräten ist es leicht, in die WhatsApp-Sucht zu verfallen. In diesem Artikel werde ich mich auf die WhatsApp-Sucht und ihre Auswirkungen auf unsere Emotionen konzentrieren.

Laut einer aktuellen Studie der DAK-Gesundheit aus dem Jahr 2020 nutzen 27 Prozent der deutschen Jugendlichen WhatsApp über zwei Stunden pro Tag. Eine weitere Umfrage von 2021, durchgeführt von YouGov im Auftrag von Kaspersky, ergab, dass 49 Prozent der Befragten WhatsApp als den meistgenutzten Messenger-Dienst angaben. Das zeigt, dass WhatsApp eine der am häufigsten genutzten Apps ist und somit ein hohes Suchtpotential besitzt.

Die WhatsApp-Sucht kann viele Auswirkungen auf unsere Emotionen haben.

Einer der Hauptgründe für die Sucht ist die ständige Verfügbarkeit von Nachrichten und die Möglichkeit, jederzeit auf sie zu reagieren. Dadurch geraten wir leicht in den Teufelskreis von ständigen Nachrichten und Benachrichtigungen, die unser Leben beherrschen. Der Wunsch, immer auf dem Laufenden zu sein und nichts zu verpassen, kann zu ständiger Angst führen, etwas zu verpassen. Das kann zu einem ständigen Gefühl von Unruhe und Stress führen.

Die WhatsApp-Sucht kann auch zu einem starken Bedürfnis nach Anerkennung führen. Wir neigen dazu, uns von den Reaktionen anderer auf unsere Nachrichten abhängig zu machen. Das kann zu einem Gefühl der Enttäuschung und Frustration führen, wenn wir nicht die gewünschte Reaktion erhalten. Dadurch geraten wir in einen Teufelskreis aus Suchtverhalten und Enttäuschung, der unser Selbstwertgefühl beeinträchtigen kann.

Ein weiteres Problem bei der WhatsApp-Sucht ist die Einschränkung unseres sozialen Lebens. Wir neigen dazu, uns auf unsere Smartphones zu konzentrieren und uns von unseren realen sozialen Beziehungen zu isolieren. Wir verbringen mehr Zeit damit, auf unsere Smartphones zu starren, anstatt uns mit Freunden und Familie zu treffen. Dadurch kann sich ein Gefühl der Einsamkeit und Isolation entwickeln, was wiederum zu negativen Emotionen wie Traurigkeit oder Depressionen führen kann.

Wie bei jeder Sucht ist es wichtig, dass wir uns bewusst machen, wie viel Zeit wir mit WhatsApp verbringen. Wir sollten uns Ziele setzen, wie zum Beispiel bestimmte Zeiten am Tag, an denen wir uns bewusst vom Handy fernhalten. Wir sollten uns auch auf unsere realen sozialen Beziehungen konzentrieren und uns bewusst Zeit für Treffen und gemeinsame Aktivitäten nehmen. Das kann dazu beitragen, die WhatsApp-Sucht zu reduzieren und unser emotionales Wohlbefinden zu verbessern.

Insgesamt ist die WhatsApp-Sucht ein Problem, das unser emotionales Wohlbefinden beeinträchtigen kann.

Durch bewusstes Handeln und die Fokussierung auf unsere realen sozialen Kontakte können wir das in den Griff kriegen – auch wenn die Zahlen 2023 meines Erachtens noch schlimmer aussehen, weil vor allem die Internetsucht bei der Altersgruppe 18-24 sehr stark vorausgeeilt ist. Gerade deshalb ist dieser Blogartikel hier zur WhatsApp Sucht aktueller denn je.