Unser heutiger Beitrag zum Web 2.0 ist philosophisch und tiefen-psychologisch geprägt :

Warum seid Ihr in den ganzen Netzwerken? Warum postet Ihr so viel? Warum stellt Ihr so viele Fotos ein? Wenn man nach der Motivation fragt, erhält man immer die gleichen Antworten : „Vernetzung“ , „Austausch“, „Kommunikation“ und „unglaubliche Möglichkeiten“. Aber ist das die Wahrheit, die dahinter steckt? Ich sage : Nein !Die Motivation dahinter ist : Pure Selbstdarstellung!

In jedem von uns schlummert ein kleiner „Narzist“ : Das soll nicht heissen, das man krank ist – jeder von uns gerät als Mitglied von „sozialen Netzwerken“ in seinem kleinen Bötchen auf dem Ozean in Wellengang und wird „ge-stört“-d.h. das Boot treibt etwas ab.

Die Störung ist folgende : Die Person findet seinen Selbstwert nicht in sich selbst und ist höchst unsicher(!) ob sein Verhalten, seine Wirkung nach außen richtig und wichtig ist- ob sie ankommt…

„Schau mal was ich für einen tollen Job habe, schau mal was ich für eine/n hübsche/n Freund/in habe, schau mal was ich für ein tolles Haus habe, schau – mein teurer schneller Sportwagen.“

Psychologisch gesehen zeigt,fragt oder postet man dies nicht,wenn man von sich selbst überzeugt ist, sondern ich zeige dies und jenes um von „anderen“ ein positives Feedback zu erlangen und damit meine eigenen Selbstzweifel zu vernichten.

„Je mehr Fotos eine Frau  von sich in sozialen Netzwerken zeigt, desto geringer ist das Selbstwertgefühl dieser Person“ – Aussage eines Psychologen.

Bei negativen Feedbacks, bei denen das „Selbstwertgefühl“ nicht extern bestätigt wird-  folgt dann die hässliche Seite des Narzismus : Die andere Person wird ebenfalls schonungslos abgewertet und fertiggemacht. Schafft man es nicht, gegen die andere Person anzukommen oder werden zu viele negative Stimmen breit, hilft den meisten – in der Persönlichkeit gekränkten Menschen- nur noch die „Flucht“:d.h. Löschung des Profiles, Löschung der Youtube-Videos, Zurückziehen und Isolation aus dem Alltag.

Was ist eigentlich meine Intention, Euch dies alles hier aufzuführen?Ganz einfach:

Ein Selbsteingeständnis

Wären wir so sehr von uns überzeugt und völlig gelassen, hätten wir gar keine Motivation uns selbst öffentlich zu präsentieren. Wir sollten mit einem Lächeln auf die Selbstdarstellung von uns und anderen sehen.

Wir können aus dem Störeinfluss nicht austreten-aber wir sollten uns selbst bewußt werden, was wir da eigentlich tun und einfach öfter mal das eigene Verhalten „selber reflektieren“ um ein besserer Mensch zu sein – für sich und für andere!

Weiterhin : Andere nicht mehr abwerten !

Erst dann sind wir freier und können besser agieren – andere abzuwerten um sich selber besser zu fühlen, ist unsozial! Wenn jemand andere fertigmacht oder mobbt, hat dieser Mensch doch ein Problem,weil er sich selbst nicht reflektiert und emotional bei sich schaut warum er so reagiert !

Wir selbst wissen doch ob wir gut sind- oder sind wir es nicht? Denkt einmal über Euch selbst nach.

Zum Schluss noch eine kleine Affirmation : Keiner von uns ist weniger wert als der andere !In dem Sinne : Toleranz und Respekt – bald  im Freizeitcafe ;-)!