Juli 5, 2022

Eine Welt ohne Musik ist für die meisten Menschen unvorstellbar. Ob zur Motivation, zur Beruhigung, als Unterricht in der Schule oder im Hintergrund während dem Lernen – Menschen konsumieren oder produzieren aus unterschiedlichsten Gründen Musik. Die Musik hat dabei unterschiedliche Auswirkungen auf uns. Sowohl beim Musizieren als auch beim Musikhören werden Endorphine ausgeschüttet – auch bekannt als Glückshormon. Welche Auswirkungen die Musik dabei zusätzlich noch hat und ob es Veränderungen über verschiedene Altersstufen gibt, wird in diesem Artikel erklärt.

Das Hören von Musik

Musikhören hat eine direkte Auswirkung auf unser Gemüt. Je nach Stilrichtung kann Musik glücklich, ängstlich oder traurig machen oder auch einen anderen Gefühlszustand hervorrufen. So wirken Laute Geräusche wie etwa Paukenschläge oder Geschrei als bedrohlich, während leise, harmonische Musik beruhigend wirkt. Diese Auswirkung auf die Gefühle kann universell beobachtet werden. Doch das Musikhören kann noch weitere Effekte hervorrufen: So gibt es Studien, die zeigen, dass Musikhören nachweislich die Gehirnleistung fördert und etwa während dem Lernen dabei hilft, sich besser zu konzentrieren. Doch auch hier kommt es darauf an, welche Musik während dem Lernen konsumiert wird. Denn eine konzentrationsfördernde Stimmung konnte nur bei einer gleichmäßigen und harmonischen Geräuschkulisse festgestellt werden.

Das Erlernen eines Instruments

Wie bei allen Hobbys hat das Gehirn beim Musizieren eine Menge Arbeit. Es muss eine große Fülle an Informationen verarbeiten – sowohl motorisch als auch auditiv. Studien zeigen, dass durch diese stundenlange Arbeit die kognitive Leistungsfähigkeit und die Feinmotorik verbessert werden – positive Auswirkungen, die sich bis ins hohe Alter ziehen. Durch das Erkennen und Produzieren von Tonhöhen, Melodien, Akkorden und Rhythmen werden zusätzliche neuronale Verbindungen geschaffen. So trägt das Erlernen eines Instruments nachhaltig dazu bei, dass das Gehirn über das gesamte Leben hinweg fitter bleibt.

Traditioneller Musikunterricht

Der klassische Musikunterricht von Klavier, Gitarre, Geige oder Gesang ist immer noch weit verbreitet – vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Der Besuch einer Musikschule hat dabei den großen Vorteil, dass Kinder und Heranwachsende neben dem Erlernen eines Instruments auch von zahlreichen Nebeneffekten profitieren. So geht der Musikunterricht mit wichtige sozialen Kompetenzen einher: ob Selbstdisziplin, Konzentration, Geduld, oder ein besseres Mitgefühl. Doch traditionelle Musikstunden sind sehr kostspielig und nur zu fixen Zeiten möglich, weshalb viele Menschen nicht daran teilnehmen können. Viel zu oft geht auch die Freude an der Musik verloren, da ein zu hoher Leistungsdruck entsteht oder die Lehrperson nicht zum jeweiligen Schüler passt.

Musik-Apps

Besonders im hohen Alter wird es immer schwieriger, ein Instrument auf traditionellen Weg zu lernen. Berufstätigkeit, Kinder, anderweitige Hobbies: Die Zeit, um Unterricht zu nehmen, ist selten vorhanden. Hier kommen moderne Musik-Apps ins Spiel. Im Klavier Bereich hat sich hier Skoove seit einigen Jahren bereits etabliert: Die Skoove-App ermöglicht einen interaktiven Klavierunterricht. Durch anschauliche Videos wird der Lernende durch jede Einheit begleitet und kann so nach und nach die Spieltechnik erlernen. Die App erkennt dann das Gespielte und gibt in Echtzeit Feedback und Verbesserungsvorschläge.

Die großen Vorteile einer Musik-App: Die Übungen können zeit- und ortsunabhängig erledigt werden, haben eine geringe Einstiegshürde und sind günstiger. Daher eignen sie sich vor allem für Jugendliche oder Erwachsene.

Auswirkungen von Musizieren und Musikhören über verschiedenen Lebensabschnitte

Auswirkungen bei Ungeborenen

Forscher haben herausgefunden, dass bereits Ungeborene auf Geräusche und damit auf Musik reagieren. Diese Nachweise sind auch naheliegend, da die Hörschnecke bereits in der 22. Schwangerschaftswoche vollständig ausgereift ist. Ebenso konnte festgestellt werden, dass die Art von Musik eine Auswirkung auf die Bewegungen und den Herzschlag der Ungeborenen hat. So führt klassische Musik zu mehr Ruhe in den Bewegungen und dem Herzschlag, während aggressive und schnelle Musik das Gegenteil herbeiführt. Sind die Kinder dann einmal auf der Welt zeigt sich, dass Neugeborene auf bekannte Musikstücke aufmerksam reagieren. Kinder können also bereits im Mutterleib durch Musik geprägt werden und ein Interesse entwickeln.

Auswirkungen bei Kindern

Der Musikunterricht gehört zu beinahe jeder schulischen Laufbahn dazu und leistet wie der traditionelle Unterricht einen großen Beitrag zur sozialen Entwicklung. Eine Langzeitstudie, die an Berliner Grundschulen durchgeführt wurde, bestätigt, dass sich die Sozialkompetenz der Schüler durch das gemeinsame Musizieren merklich steigern ließ. So nahmen etwa Ausgrenzungen oder Ablehnungen gegenüber anderen Schülern ab und es wurde ein angenehmeres Klima geschaffen. Zudem hat das Musizieren einen direkten Einfluss auf die Motivation und die Konzentration der Kinder, da durch die selbst produzierten Klänge sofort ein belohnendes Ergebnis entsteht.

Auswirkungen bei älteren Menschen

Insbesondere wer sein Leben lang ein Instrument spielt profitiert im Alter davon. So haben ältere Menschen, die von Klein auf ein Instrument gespielt haben, weniger Probleme mit Gedächtnisverlusten. Doch auch wenn ein Instrument erst im Erwachsenenalter erlernt wird zeigt sich, dass neue Verbindungen im Gehirn erzeugt werden, wodurch sich die Gehirnleistung steigert. Zudem konnte festgestellt werden, dass das Gehör von älteren Menschen, die Musiziert haben, besser geschult ist. So können sie trotz einer lauten Geräuschkulisse besser Gesprächen folgen.

Fazit

Jeder Mensch – egal in welcher Altersstufe – profitiert vom Musikhören und Musizieren. Während das Musikhören vor allem unseren Gefühlshaushalt beeinflusst, hat das Musizieren zudem Auswirkungen auf unsere Feinmotorik und unsere Gehirnleistung. Diese positiven Effekte lassen sich sogar bis ins hohe Alter nachweisen. Kinder profitieren dabei neben dem Erlernen vor allem von einer gesteigerten sozialen Kompetenz. Doch auch, wenn ein Instrument erst als Erwachsener gelernt wird, können diese positiven Auswirkungen nachgewiesen werden. Um das Erlernen einfacher zu machen, sollten Musik-Apps als Unterstützung herbeigezogen werden.

Bild von Diego Ortiz auf Pixabay

Über den Autor

Christian Gera

Seit 2011 Berufsblogger hier auf Freizeitcafe.info, dazu Digitaler Produkte-Erschaffer, Buchautor & erfolgreicher Onlinemarketing-Netzwerker unter der eigenen Marke Bloggerherz &  Hörbuchsprecher

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