„Schlimm ist nicht die Enttäuschung, sondern die Erkenntnis, sich in einem Menschen geirrt zu haben! Manche Menschen treten einem auf den Fuß und entschuldigen sich. Manche Menschen treten einem ins Herz und merken es nicht einmal… Manchmal denkt man, es ist stark festzuhalten. Doch es ist das Loslassen, das wahre Stärke zeigt… Wenn dir etwas wirklich wichtig ist dann kämpfe mit deinem ganzen Herzen darum- aber hör auf, wenn es dich kaputt macht oder wenn Dir vermittelt wird, dass die andere Seite auf Dich pfeift… Denn wer dich nicht zu schätzen weiß, hat dich nicht verdient…“

Schöne Worte, oder? Auch ich habe ähnliches vor kurzem durchmachen müssen. Ist ja immer so eine Sache mit der Liebe. Was ich daraus gelernt habe: Zuviel geben kann man nicht, aber zuwenig! Und was man im Anschluss dann ebenso lernen musste: Plötzlich ist man nicht mehr existent. Im Leben & auch im Internet! Ausgesperrt. Nun gut- daran muss man sich gewöhnen. Beziehung/Freundschaft „gelöscht“ und fertig, so sei es. Dem virtuellen Leben trauer ich nicht nach- warum auch? Ich stelle mein Leben nicht auf Pinnwänden dar- andere schon. Sowas muss man akzeptieren.

Auch im Netz geht man merkwürdige Wege. Neuanfang mal anders; auch digital!

Jenes Phänomen war für mich einmal der Auslöser darüber nachzudenken, wie es denn in anderen Beziehungen so zugeht. Vor allem via Internet. Wie steht es da um die Liebesbeziehungen im Netz wenn man jemand ausspert bzw. zuviel preisgibt? Wie ist es um die digitale Eifersucht von Männlein/Weiblein bestellt? Und gerade um- und auf Facebook; gibt es Studien dazu? Ich habe Antworten gefunden…

Früher war es bei Pärchen & Beziehungen immer so: Man stritt sich um die Schwiegereltern, über das ausräumen eines Geschirrspülers, dass einer mal den Müll nicht rausbrachte… den Haushalt im allgemeinen also. Oder natürlich auch, wenn einmal ein Flirt im realen Leben auftauchte. Heutzutage ist gerade das Internet mit Facebook & Co. das größte (!) Pulverfass für Streitfragen in einer Beziehung. Jenes belegen die neuesten Studienergebnisse der Humboldt-Universität zu Berlin. Diese sind zwar in englisch (Envy= Eifersucht)- lieferten mir aber zahlreiche Antworten in Hinzuziehung von weiteren Quellen…

Aktivitäten, Likes, Dislikes, Fotokommentare, Kommentare anderer User – das alles kann eine Menge Mißverständnisse, Eifersüchteleien & Stress hervorrufen

Es rücken Themen des Eigenlebens in den Focus- die der Partner/die Partnerin unter realen Umständen niemals mitbekommen würde. Ein Eigen-Leben ist ok, solange es nicht mißverstanden oder fehl-interpretiert wird. Wird es aber.

Zu oft ist gerade wegen Facebook Schluß!

Soviel ist klar. Es steckt aber noch weitaus mehr psychologisches dahinter. In anderen Quellen- wie der Hochschule Fresenius in Köln- wurde ebenfalls die digitale Eifersucht an 214 Menschen hinterfragt. Heraus kam, dass diejenigen… die sowieso schon im realen Leben verstärkt zu Eifersüchteleien neigen- dies mehr als verstärkt (!) im Netz empfinden. Das Unterbewußte wird also ganz schön genährt und das Hirn reimt sich (oft auch grundlos) so einiges zusammen, was vielleicht im realen Leben überhaupt nicht da ist.

Was sind die Gründe für diese verstärkte Eifersucht, Kontrollzwang & Abschottung/Sperrung anderer Personen im Netz?

Ganz klar ein geringes Selbstwertgefühl. Schaut was ich mache & gebt mir Reaktionen darauf! Wobei diese Reaktionen ein Tropfen auf den heißen Stein der gequälten & schreienden Seele (des Senders/Posters) sind, denn:

Mimik, Gestik, die Sprech-Weise, Stimmlage, Artikulation & mehr fehlen auf einer Pinnwand! Da ist mal schnell ein Kommentar & ne Kurz-Reaktion hingepinnt; mehr aber auch nicht. Aber Menschen mit sehr geringem Selbstwertgefühl und wenig realen Freundschaften nehmen genau diese Reaktionen in sich auf wie ein Schwamm. Lieber oberflächlich  und kurzweilig- statt überhaupt nichts dergleichen. Und genau mit diesen Oberflächlichkeiten fühlen sie sich dann auch noch besser; denn wenn auch nur etwas zu diesem „Gebrabbel“ kommt, gaukelt einem das Hirn vor „Mensch, ich bin ja doch jemandem wichtig.“ Genau so funktioniert das Grundgerüst Facebook. Ein „scheinheiliges“ Selbstwertgefühl!

Schaut man sich so ein Kurz-Posting mit Hilfeschrei, Gemütszustand oder einem Foto/einer Aktion genau an, dann…

… kann eine andere Person (Partner, Ex-Partner, Freund) sich selbst etwas aus diesen nicht-realen Bruchstücken in seinem Kopfe zusammenreimen. Man überträgt immer alles was man sieht hinüber in die Realität. Nie kann er dadurch aber das ganze, was im realen Leben dahinter steckt- erfassen.

Eine echte Reaktion und Anteilnahme kann man nur von einer realen Person erwarten, wenn man Ihr mit Stimme, Gestik, Mimik- und bestenfalls noch einer Tasse Kaffe lange gegenübersitzt.

Ähnlich ist es ja auch, wenn wir die gute alte SMS schreiben:  Auch damit kann man unter Umständen falsch verstanden werden –  denn auch dort fehlt alles reale. Aufgrunddessen hat man ja auch die Emoticons erfunden- wobei auch so ein Smiley nicht immer alles retten kann.

Genau dass ist der Grund, warum nahezu alle Informationen auf Facebook & Co. mehrdeutig (!) sind. Sie lassen in den Köpfen anderer leider die größten Interpretationsspielräume zu!Das ist zwar interessant & man hat dadurch auch immer viel zu erzählen. Aber es ist mitunter nicht ehrlich und vollkommen einseitig zuweilen. In realen Beziehungen und Freundschaften werden demzufolge oft Fehl-Schlüsse gezogen. Und das kann fatal, ungesund oder auch gefährlich sein.

So kommt es vor, dass eifersüchtige Frauen (und eifersüchtige Männer) Ihre Liebsten beschatten. Facebook ist DAS geniale Vehicle dafür!

Genau dort werden wir nämlich wieder manipuliert- um immer wieder in unseren Mutmaßungen genährt zu werden. Facebook hat bis heute keine „Letzte- Besucher- Funktion“ eingeführt. Technisch wäre dies jederzeit problemlos aufspielbar, man tut es aber nicht. Dreimal könnt Ihr raten, warum dem so ist. Man weiss also nicht wer alles mein Profil besucht & was sich angeschaut wurde. Wüsste man dies, gäbe es weniger Getratsche- aber das wollen die Macher nicht.

Ebenfalls interessant: Aktivitäten junger Männer werden viel häufiger bespitzelt, als die der gleichaltrigen Damenwelt!

Dies fand man bei Bitdefender im Rahmen einer dreieinhalb-monatigen Studie heraus. Haupt-Opfergruppe bildeten bei den knapp 1605 Befragten freiwilligen demnach die Männer im besten Alter von 25 bis 34. Freundinnen sowie Ehefrauen observierten & spionierten dreimal soviel wie das männliche Geschlecht. Sogar mittels „Monitoring-App“ (einem kostenlosen Programm, welches trotz Sperrung alles mögliche auf einem Profil aufzeichnen kann) tricksten die Weibchen herum. Insofern sind sie die eindeutigen „digitalen Eifersuchts-Sieger“. Sorry liebe Damenwelt. Das muss wohl daran liegen, dass Ihr seit Urzeiten gerne und oft viele Informationen sammelt.

Lachen musste ich beim letzten Faktum: Sobald der Partner ein Alter zwischen 35 und 44 Jahren erreicht hat, schnüffeln die Damen nicht mehr so häufig nach – allerdings immernoch doppelt so oft wie die Herren.

Heisst für mich: hat man die 35 erreicht, ist der Lack wohl bei vielen Männern ab 🙂 Oder auch die Frauen werden ruhiger & sesshaft- weil sie nun Familienpläne schmieden bzw. ruhiger geworden sind.

Was aber kann man nun tun, um bei und in diesen Widrigkeiten der Digitalen Welten (denen sich keiner entziehen kann) seine Partnerschaft zu halten, zu bewahren & sich selbst ein sicheres Gefühl zu geben ohne Beschattungen & Spionageaktivitäten ala James Bond?

  • Partner sollten klären, was das für Kontakte in den Freundeslisten sind und offen darstellen können, wie die Beziehung zu den einzelnen Kontakten in der Realität überhaupt ist
  • das miteinander reden ist existentiell für Beziehungen in diesem Zusammenhang- live & in Echtzeit sollte das sein, nicht via Internet und Smartphone diese Dinge klären (hierbei gibt es wie schon beschrieben zuviel Interpretationsspielraum!)
  • Sich vor allem Zeit nehmen, wenn sich der Partner wegen einem Status, Like etc. unwohl fühlt- dies bitte nicht als Nichtigkeit abhaken oder drüber hinweg-lachen!
  • Ex-Beziehungsverhältnisse offen klären und aussprechen (wenn eine Ex z.Bsp. stalked & ununterbrochen neue Fotos des Ex liked)
  • weitestgehend also alle Spreng-und Zündstoff- ähnlichen Dinge, die automatisch in sozialen Netzwerken entstehen ansprechen, aussprechen & klären!
  • hat man eine gesunde Vertrauensbasis, ist Auskundschaftung sowie Bespitzelung ein Stress, der zum Glück wegfällt!
  • und auch nach (!) einer Beziehung sollte (!) man dem einst-geliebten Menschen bitte mitteilen, warum man ihn einfach so sperrt- das ist nur fair.

In dieser Welt heutzutage ist es wirklich wichtig, das man glücklich ist. Oder auch dass man den Halt findet, den man braucht- und dass jemand da ist. Fehlt das alles, sollte man sich Gedanken um seine Zukunft machen. Facebook ist Unterhaltung- nicht mehr & schon garkein Lebens- oder Freunde-Ersatz!

Viele aber haben Scheuklappen im Leben auf, bleiben lieber virtuell, tun garnix mehr und leben eher nach diesem Motto hier:

„Wir leben zu sehr in der Vergangenheit, haben Angst vor der Zukunft und vergessen dabei völlig die Gegenwart zu genießen.“

Sowas kann natürlich auf Dauer nicht gutgehen. Das Leben ist zu kurz, es vergeht zu schnell. Deshalb sollte man es in jeder Faser seines Körpers und seiner Seele spüren, genießen, es zu schätzen wissen – und es einfach nur leben!

Kurzum: Flieg real & nicht nur im Internet umher, wenn Du fliegen kannst- oder lass es! Euch allen dort draußen einen wunderschönen ersten Arbeitstag im April; schönen Dienstag!

PS: Wir haben jetzt immer Rasen unter jedem unserer Artikel positioniert- weil wir damit vielleicht endlich den verdammten Frühling herbeizaubern können 😉